Nordischer Ausflug zweier Jungstars

Eine musikalische Reise durch die skandinavischen Länder unternahm dasOrchester Laufental-Thierstein in der katholischen Kirche Laufen. Den Glanzpunkt setzte der Piano-virtuose Jodok Zwahlen mit dem Klavierkonzert von Edvard Grieg.

Gruppenbild mit Dirigent Raphael Ilg: Orchester Laufental-Thierstein. Foto: Jürg Jeanloz
Gruppenbild mit Dirigent Raphael Ilg: Orchester Laufental-Thierstein. Foto: Jürg Jeanloz

Erfrischend und lebendig war der Auftritt der beiden Jungkünstler anlässlich des Sonntagskonzerts in Laufen. Während der 19-jährige Solist Jodok Zwahlen hingebungsvoll in die Tasten seines Flügels griff, dirigierte der um einige Jahre ältere Raphael Ilg das Orchester Laufental-Thierstein. Beide trugen dazu bei, dass das Klavierkonzert in a-Moll von Edvard Grieg zu einem musikalischen Leckerbissen der vielen Gäste wurde. Im lüpfigen Allegro entlockte der Solist seinem Piano liebliche Klänge, derweil das Orchester kraftvoll begleitete. «Geniessen Sie die verführerische Tanzmusik», forderte Dirigent Raphael Ilg die Zuhörerschaft vor Beginn des Konzerts auf. Wirklich, das tänzerische Spiel wurde bis zur mächtigen Ekstase ausgereizt und hinterliess ein stimmiges Klangbild. Leidenschaftlich kam das Adagio daher, Jodok Zwahlen liess seine Gefühle für die Komposition aufleben. Nur ein kurzer Blick zum Dirigenten genügte, um seine Einsätze effektvoll einzufliessen zu lassen. Ohne Noten interpretierte der Jungstar auch das Allegro moderato des norwegischen Komponisten, das mit einem kräftigen Finale des Orchesters endete. Begeisternder Applaus prasselte auf den Solisten nieder, der die Ovationen bescheiden entgegennahm. So schnell durfte aber der Jungstar das Kirchenrund nicht verlassen; er setzte sich nochmals an den Flügel und intonierte solo das Stück «An den Frühling» von Edvard Grieg. Mit einer Innigkeit liess er die entzückenden Klänge ertönen und verabschiedete sich damit mit einer eindrücklichen Zugabe.

In seinem Gepäck hatte das Orchester auch die Karelia-Ouvertüre von Jean Sibelius. 28 Jahre alt war der finnische Komponist, als er den Auftrag erhielt, für einen patriotischen Umzug die Festmusik zu schreiben. Der jugendliche Marschcharakter des Stücks wurde abwechslungsweise durch die Streichinstrumente und dann wieder durch die Bläser wundervoll wiedergegeben. Die lieblichen aber auch kräftigen Passagen spiegelten die herrliche Natur der finnischen Landschaft Karelien wieder. Zum Abschluss des Konzerts war die «Sinfonie singulière» des schwedischen Komponisten Franz Berwald an der Reihe, die in einem gewaltigen Finale endete und dem glanzvollen Konzert eine besondere Note gab.

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