Nicht aufs Abstellgleis

Die Gemeinderäte von Dittingen, Blauen und Nenzlingen wehren sich gegen den kantonalen Kurs, aufs Abstellgleis gestellt zu werden und rufen die Bevölkerung auf, die Initiative gegen den öV-Abbau zu unterschreiben.

Bald seltener? Postauto auf der Fahrt zwischen Blauen und Nenzlinger Rank.  Foto: Bea Asper
Bald seltener? Postauto auf der Fahrt zwischen Blauen und Nenzlinger Rank. Foto: Bea Asper

bea. Vereiste Strassen, Schneefall und Verkehrsunfälle. Wer sich dann entscheidet, das Auto stehen zu lassen um auf den öV umzusteigen, hat in Dittingen, Blauen und Nenzlingen vielleicht bald keine grosse Wahl mehr. Der Kanton Baselland will sparen und die Regierung schlägt vor, das Angebot auf allen öV-Linien, die einen zu kleinen Kostendeckungsgrad haben (unter 30 Prozent) um einen Drittel abzubauen. Postauto-Linie 119, die Laufen–Dittingen– Blauen–Nenzlingen–Zwingen–Laufen verbindet, soll von Montag bis Freitag von 23 auf 15 und am Wochenende von sieben auf fünf Kurspaare reduziert werden.
Für Dieter Wissler, Gemeindepräsident von Blauen, ist dies katastrophal. Das «Entlastungspaket» des Kantons zum Abbau beim öffentlichen Verkehr erweise sich als «Belastungspaket» für die Menschen und die Gemeinden. «Die PostAuto-Linie ist die öffentliche Lebensader von Blauen, Dittingen und Nenzlingen. Sie ist die einzige Verbindung der drei Dörfer mit den Gemeinden der Talschaft und, über Zwingen oder Laufen, zur Achse Basel–Delémont der SBB.» Die im Generellen Leistungsauftrag angebotenen Kurse seien auf die Hauptverkehrsströme ausgerichtet. «Für Zwischen- und Randzeiten waren, und sind auch heute noch, nur wenige öffentliche Kurse vorgesehen, worauf die Gemeinden beschlossen, auf den Fahrplanwechsel 2007/08, die grössten ‹Löcher› auf eigene Kosten mit drei Zusatzkursen zu stopfen», erklärt Wissler.
Wegfallende Kurse nun auch noch zu zahlen, übersteigt die finanziellen Möglichkeiten der Kommunen. Das Vorhaben der Regierung hätte fatale Auswirkungen. «Da immer mehr Zuzüger ihre Wohnsitzentscheidung von der Qualität des öffentlichen Verkehrs abhängig machen, würde ein Abbau des öV-Angebotes die Entwicklung unseres Dorfes empfindlich treffen. Auch unser Dorf ist auf ein moderates Bevölkerungswachstum und gute Steuerzahler angewiesen», erklärt Wissler.

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