Neue Räume für «Alcatraz» gesucht

Das «Alcatraz» in Laufen unterstützt Menschen mit kleinem Budget. Weil das ehemalige Gefängnis, wo der Secondhandladen untergebracht ist, künftig umgenutzt werden soll und die heutigen Kellerräume ohnehin an ihre Grenzen stossen, sucht das Team einen neuen Standort. Gleichzeitig soll das Angebot ausgebaut werden.

Im Keller des ehemaligen Gefängnisses: (v.l.) Oksana Sotula, Anja Zhukova, Barbara von Weissenfluh und Oksana Hluboka sortieren die gespendeten Gegenstände. Foto: GAby Walther
Im Keller des ehemaligen Gefängnisses: (v.l.) Oksana Sotula, Anja Zhukova, Barbara von Weissenfluh und Oksana Hluboka sortieren die gespendeten Gegenstände. Foto: GAby Walther

Laufen

Der Secondhandladen «Alcatraz» sucht ein neues Zuhause. Noch befindet er sich in drei Kellerräumen des ehemaligen Gefängnisses in Laufen — daher auch sein Name. Doch dieser könnte schon bald nicht mehr passen: Das Gebäude, das der Burgergemeinde Laufen-Stadt gehört, soll in naher Zukunft zu einer Familienherberge umgebaut werden und ob dann die Burgergemeinde den Keller weiterhin zur Verfügung stellt, ist unklar.

Gratisangebot

Seit drei Jahren besteht der etwas andere Secondhandladen. Menschen aus dem gesamten Laufental, die einen Nachweis vom Sozialamt mitbringen, können dort gratis benötigte Kleidung, Haushaltsgegenstände, Spielsachen und Kleinmöbel beziehen. Die Gegenstände werden von der Bevölkerung für diesen guten Zweck gespendet. Immer am Dienstagabend von 18 bis 19.30 Uhr öffnet der Laden seine Türen.

Uta Scherer betreibt das «Alcatraz» gemeinsam mit ihrem Team – drei Schweizerinnen und vier Ausländerinnen. Sie nehmen Spenden an oder holen sie notfalls auch ab, sortieren sie und geben sie weiter. Doch Scherer will nicht warten, bis die Kündigung für die bisherigen Räume kommt. «Wir wollen uns bereits jetzt proaktiv auf die Suche nach einem neuen Standort machen, auch weil die Kellerräume klein sind und sich nicht ideal zur Lagerung von Kleidung eignen», erklärt sie.

Wunschliste

Käme eine Fee vorbei und Scherer dürfte ihre Wünsche äussern, sähe der ideale Standort so aus: Die Räume lägen in Laufen oder der näheren Umgebung und wären mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Dank Tageslicht wären sie hell und befänden sich im Erdgeschoss, sodass Treppensteigen und schweres Schleppen entfielen. Die Räumlichkeiten wären grösser als heute, mindestens 80 Quadratmeter gross und idealerweise mit einem Lagerraum ausgestattet. So könnten künftig auch Möbel angenommen werden. Zudem wäre ein zusätzlicher Raum für Beratungs- und Seelsorgegespräche vorhanden.

Gespräche sollen Raum bekommen

«Wir wollen das vorhandene Konzept erweitern. Es hat sich nämlich gezeigt, dass man im ‹Alcatraz› sowohl mit den Empfängern als auch mit den meist schweizerischen Spenderinnen und Spendern leicht und unbefangen ins Gespräch kommt. So erreiche ich sowohl schweizerische als auch ausländische Menschen.» Unzählige Kontakte seien so entstanden, und vielen Personen habe unkompliziert geholfen werden können. «Diese Gespräche finden am aktuellen Ort bei winterlichem Nieselregen und im Dunkeln allerdings nicht in einer besonders einladenden Atmosphäre statt. Wie schön wäre es, ein bis zwei kleine Räume mit Teeküche, Tisch und gemütlichen Stühlen oder einem Sofa zu haben, um miteinander zu reden. Davon träume ich schon lange.» Käme ein solches Angebot zustande, würde Corinne Züllig, die im August ihre Ausbildung zur Sozialdiakonin abgeschlossen hat und bei der reformierten Kirche in Laufen angestellt ist, die Seelsorgegespräche gemeinsam mit Uta Scherer am Dienstagabend übernehmen.

Das System des Secondhandladens «Alcatraz» hat sich bewährt und erfreut sich wachsender Beliebtheit — nicht zuletzt, weil es den Gedanken der Nachhaltigkeit fördert. Warum Brauchbares entsorgen, wenn es jemand anderes noch brauchen kann?

Genau darauf hofft Uta Scherer nun mit diesem Aufruf: Sie sucht jemanden, der passende Räumlichkeiten zu günstigen Konditionen zur Verfügung stellen kann. Wer ein entsprechendes Angebot hat, darf sich direkt bei ihr melden: uta.scherer@ref-laufental.ch.

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