Mozart mit feinem Humor
Das Ehepaar Madeleine Perler und Werner Schmidlin unterhielt seine Gäste bestens mit der Klaviersonate in G-Dur von W.A. Mozart und dem Märchen «Spiegel das Kätzchen» von Gottfried Keller.

Wenn die Nächte kalt und rau werden, beginnt für Madeleine Perler und Werner Schmidlin die Zeit der Hauskonzerte in ihrem Musiksalon an der Schliffmatt 19 in Laufen. Die herzlichen Gastgeber lassen es an nichts fehlen, offerieren kulturelle Höchstleistungen und kulinarische Köstlichkeiten. Beide mit dem bernischen Lehrerpatent ausgestattet, blicken sie auf eine lange Ausbildungszeit zurück. Heute geniessen sie ihren verdienten Ruhestand und legen jeden Winter einen Zyklus mit gediegenen Hauskonzerten auf.
Am vergangenen Sonntagabend fanden sich gegen 50 Gäste in ihrem Hause ein, um der Klaviersonate in G-Dur von W.A. Mozart zu lauschen, die Madeleine Perler auf ihrem Flügel meisterhaft interpretierte. Dazwischen las Werner Schmidlin aus dem Märchen «Spiegel das Kätzchen» von Gottfried Keller und brachte mit seiner sympathischen Art eine lockere Stimmung in den gemütlichen Musiksalon. Spiegel lebte bei einer alten Dame, verbrachte eine schöne Jugendzeit, fing Mäuse und liess sich verwöhnen. Mit einigen fröhlichen Takten von Mozart unterstrich die Pianistin den Beginn des Märchens.
Das Schicksal von Spiegel änderte sich schlagartig, als die alte Dame starb und der arme Kater auf sich selbst angewiesen war. Er wurde mager, sah zerzaust aus und vegetierte dahin. Der Hexenmeister Pineiss versprach ihn aufzupäppeln, ihn zu töten, um an sein Fett zu kommen. Spiegel zog den Kopf im letzten Augenblick aus der Schlinge, vermittelte Pineiss eine schöne junge Ehefrau mit reichlicher Mitgift. Dieselbe war aber auch eine Hexe und machte ihm das Leben zur Hölle. Der betrogene Pineiss hat eben der Katze den Schmer abgekauft!
Nach diesem amüsanten Märchen setzte sich Madeleine Perler nochmals an den Flügel und spielte die drei Sätze Allegro, Andante und Presto der Klaviersonate komplett durch. Mit grosser Ausdruckskraft und viel Herzblut gestaltete die Künstlerin das Werk, das Mozart im Alter von 18 Jahren geschrieben hatte. Eine Meisterleistung von Künstlerin und Komponist.


