Mit den kleinen Katastrophen des Alltags froh werden

Eine Stimme wie eine umgefallene Buche, die im Wald vor sich hin- morscht. Sie gehört Blues Max, der am Freitag zusammen mit seinem Partner Richard Koechli im Alte Schlachthuus in Laufen auftrat.

Zum Nachhören: Blues Max und Richard Koechli (Mitte) spielten vor Kennern, die sich auch die CDs schnappten. Foto: Gini Minonzio
Zum Nachhören: Blues Max und Richard Koechli (Mitte) spielten vor Kennern, die sich auch die CDs schnappten. Foto: Gini Minonzio

Lediglich 60 Personen sahen sich sein neues Programm «light» an. Doch es gab auffallend viele Kenner wie den Wahlner Christian Scheurer, der Blues Max seit Jahrzehnten verfolgt und schätzt. Dies liegt an dessen guten Geschichten, vorgetragen in Reimform. An der Comedy, die sich so sehr am melancholischen Blues reibt. An der Stimme, nach der man süchtig werden kann.

Welche Beziehung haben Sie zum Laufental ?
Ich bin Waldläufer, Langläufer und laufend läufig.

Erzählen Sie uns, was Sie beschäftigt, wenn Sie nicht gerade mit dem Programm beschäftigt sind?
Die Welt, die unerledigten Papierberge und immer, immer wieder die Musik.
Sie haben das Programm im März gestartet und werden voraussichtlich noch bis in den kommenden Sommer damit touren.

Ist das Programm fix oder ändern Sie im Verlaufe der Monate etwas daran?
Das Programm entsteht bei jeder Vorstellung neu und ändert sich dadurch ständig ein bisschen, wird reifer, runder oder eckiger und erfährt auch ab und an eine Kurskorrektur.

Wieso Blues?
Blues ist im Zirkus der Clown, wenn er fällt und der andere fragt: «Bist du tot?» Und er sagt «Ja!» und die Kinder lachen und machen den Vogel mit dem Finger:«He, de spinnt, de chunnt nöd
druus!» Das ist Blues.

Ihr Programm hat etwas mit Leichtigkeit, mit Scheitern, mit den Widerwärtigkeiten des Lebens zu tun. Wie fangen Sie sich auf, wenn Sie stolpern?
Widerwärtigkeiten ist ein widerliches Wort. Das würde ich nicht brauchen. Ich befasse mich mit den kleinen und mittelgrossen Katastrophen des Alltags und wie man damit froh werden kann. Wenn ich gestolpert bin, stehe ich auf, fluche, lache und gehe weiter.

Jammern ist in der Deutschschweiz eine der beliebtesten Beschäftigungen. Sollten wir uns dafür nicht schämen, wenn wir sehen, was im Rest der Welt los ist?
Doch, das sollten wir.
Ihr bestes Rezept zum Glücklichsein (und sei es nur für die nächsten zehn Minuten)?
Küssen, singen, tanzen und springen.

PS.: Lieber Blues Max, auch wenn Sie sich eine ganze Geschichte lang grämen, dass Sie kurze Beine haben: Wir lieben Sie auch so. Kommen Sie wieder. Dann werden Sie merken, dass hier bei uns ganz viele Menschen kurze Beine haben. Das ist ganz O.K.

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