Mit Chorgesang dem Leid gehuldigt

Der Jurassische Kammerchor ist immer mal wieder im Laufental zu Gast. Mit dem Deutschen Requiem von Brahms begeisterte er vergangene Woche in der Katharinenkirche einmal mehr.

Jede Stimme zählt: Sopranistinnen und Tenöre im Fokus. Fotos: Marin Staub

Jede Stimme zählt: Sopranistinnen und Tenöre im Fokus. Fotos: Marin Staub

Die Solistin: Verena Gropper, Sopran.

Die Solistin: Verena Gropper, Sopran.

Der Solist: Christos Pelekanos, Bariton.

Der Solist: Christos Pelekanos, Bariton.

Musik zur Passion hat nur eingeschränkt Saison. Umso eindrücklicher aber wirken solche Werke, wenn sie während der Karwoche von qualifizierten Musikern und Sängern auf höchstem Niveau vorgetragen werden. Nach dem Konzert von zwei Solothurner Chören am Palmsonntag in Mariastein (das Wochenblatt berichtete) war am Mittwoch vergangener Woche der Jurassische Kammerchor (choeurdechambreju.com) in der Katharinenkirche in Laufen an der Reihe. Mit Johannes Brahms: «Ein Deutsches Requiem» gelang den rund 30 Sängerinnen und Sängern zusammen mit den Basler Kammersolisten eine nachhaltige und stimmungsvolle Aufführung. «Selig sind die, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden», lässt Brahms die Chorstimmen eröffnen. Damit, und an zahlreichen andern Stellen des Werkes, macht der Komponist deutlich, dass sich dieses Requiem an die (Über-)Lebenden richtet. Brahms selber habe dieses Werk deshalb gerne als «menschliches Requiem» bezeichnen wollen. Während 14 langen Jahren hat Brahms sein «Deutsches Requiem» entstehen lassen (1854–1868). Die Aufführung der 7 Verse dauerte kaum mehr als eine Stunde. Für Sängerinnen, Sänger und Instrumentalisten bedeutete dies dennoch Schwerstarbeit, welche aber hervorragend gemeistert wurde. Die oft ineinandergeschachtelten Phrasen und Melodien, bei welchen sich die Interpreten kaum aneinander orientieren können, wirkten als harmonische Einheit. Herausragend auch die beiden Solisten, welche Brahms zwar nur spärlich, dafür umso imposanter einsetzte. Der Grieche Christos Pelekanos, der als Bariton im dritten und im sechsten Satz zum Einsatz kam, und die Sopranistin Verena Gropper, welche den fünften Satz souverän und, wie vom Komponisten vorgesehen, fast ganz alleine meisterte.

Mark Kölliker, seit Gründung des Chors musikalischer Leiter, schien jeden einzelnen Ton unter Kontrolle zu haben. Der Jurassische Kammerchor, der das Werk am Karfreitag in Porrentruy ein zweites Mal aufführte, bewies einmal mehr, dass motivierte Amateure nahezu professionellen Standard erreichen können.

 

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