Melioration wird teurer als geplant

Statt fünf Millionen wird bei gleicher Ausführung die Melioration in Brislach einiges teurer werden. Die genauen Kosten sind noch nicht bekannt. Grund für die Mehrkosten ist der Fund von so genannten polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) im Strassenbelag. Der Ausbauasphalt muss als Sonderabfall entsorgt werden, was die Kosten der zu sanierenden Wege massiv erhöht.

Das bereits erstellte Einlaufobjekt vermindert Überschwemmungen: Martin Bucher, Präsident der Vollzugskommission in Brislach, ist überzeugt von den Meliorationsvorhaben in Brislach. Foto: Gaby Walther
Das bereits erstellte Einlaufobjekt vermindert Überschwemmungen: Martin Bucher, Präsident der Vollzugskommission in Brislach, ist überzeugt von den Meliorationsvorhaben in Brislach. Foto: Gaby Walther

Seit 2012 ist das Meliorations- verfahren in Brislach im Gange. Nebst Güterzusammenlegungen und Schutzmassnahmen gegen Überschwemmungen mit Drainagen und Sammlung von Oberflächenwasser ist die Sanierung der Wege ein wesentlicher Kostenfaktor der Melioration in Brislach. «Viele Wege in Brislach sind in einem extrem schlechten Zustand», erzählt Martin Bucher, Präsident der Vollzugskommission in Brislach. Nun werden diese Kosten noch einiges höher als vorgesehen.

Geplant war, mit der Sanierung jener Wege zu beginnen, die von der Landumlegungen nicht betroffen sind. Doch bereits der Weg Rothenfluh erwies sich als negative Überraschung. Nicht nur der Belag, sondern auch der Unterbau war mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) belastet. Allein die Entsorgung für diesen Ausbauasphalt in die Deponie Elbisgraben kostet 100000 Franken. Nun wurden bei allen Wegen, die saniert werden sollen, Kernbohrungen durchgeführt. Das genaue Resultat der Kosten steht noch aus. «Es bedeutet aber, dass alle Beteiligten darüber entscheiden müssen, ob sie die Mehrkosten übernehmen wollen und ob der festgelegte Verteilschlüssel beibehalten wird», erklärt Bucher. Trotz Mehrkosten würde die Einwohnergemeinde aber profitieren, da sie die Wege mit der Zeit sowieso sanieren müsste. Im Zuge einer Melioration übernimmt der Bund 40 und der Kanton 30 Prozent der Kosten. Dank dem ökologischen Mehrwert, welcher die Melioration in Brislach erbringen wird, finanziert der Bund weitere 5 Prozent der Gesamtkosten. Brislach hat somit nur 19,3 Prozent, Zwingen 0,7 und die Grundeigentümer 5 Prozent der Kosten zu tragen.

Am 30. August wird die Vollzugskommission sich beraten, dann müssen der Gemeinderat und schliesslich die Gemeindeversammlung über das weitere Vorgehen entscheiden. «Dabei muss sicher nochmals über den Verteilschlüssel für Einwohnergemeinde und Grundeigentümer diskutiert werden», so Bucher. Und schliesslich müssen auch Bund und Kanton ihre Einwilligung zu den Mehrkosten geben. Falls die Mehrkosten nicht übernommen werden, müssen wir Abstriche beim Strassenbau machen. Dann könnten nur die wichtigsten Wege erneuert werden. Ein Grossteil müsste später die Gemeinde auf eigene Kosten sanieren.

Martin Bucher ist zuversichtlich, dass das geplante Projekt zustande kommt. Von der Melioration würden, so Bucher, alle Einwohnerinnen und Einwohner von Brislach profitieren.

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