Mehr als nur ein neues Birsufer

Während die neue Uferlandschaft beim Schlachthaus bereits zum Verweilen einlädt, laufen an vielen weiteren Orten in Laufen die Arbeiten für den Hochwasserschutz auf Hochtouren. Zahlreiche Massnahmen sind bereits abgeschlossen, andere befinden sich in Arbeit — und das Projekt liegt weiterhin im Zeit- und Kostenplan.

Der neue Norimattsteg: Die Brücke wird Ende August auf den bereits gebauten Pfeilern eingeschwenkt. Foto: ATB SA/zVg

Der neue Norimattsteg: Die Brücke wird Ende August auf den bereits gebauten Pfeilern eingeschwenkt. Foto: ATB SA/zVg

Neue Pfeiler: Im August kommt hier der neue Norimattsteg zu stehen.

Neue Pfeiler: Im August kommt hier der neue Norimattsteg zu stehen.

Lebensraum: Auf Freiflächen zwischen Schwimmbad und neuem Werkhof entstehen Amphibienlaichgewässer.

Lebensraum: Auf Freiflächen zwischen Schwimmbad und neuem Werkhof entstehen Amphibienlaichgewässer.

Anpassungen: Die Stützmauern beim Fussgängersteg beim Schwimmbad wurden erhöht Fotos: Melanie Brêchet

Anpassungen: Die Stützmauern beim Fussgängersteg beim Schwimmbad wurden erhöht Fotos: Melanie Brêchet

Laufen

Wer heute dem Birsufer beim Schlachthaus entlangspaziert, erkennt sofort, was das Hochwasserschutzprojekt für Laufen bedeutet. Die neue Ufergestaltung lädt zum Verweilen ein und bringt die Bevölkerung näher ans Wasser. Weniger sichtbar sind dagegen die zahlreichen weiteren Bauarbeiten entlang der Birs, die ebenfalls dafür sorgen, dass Laufen künftig besser vor Hochwasser geschützt ist.

Von der Delsbergerstrasse bis zur Norimatt

Das Hochwasserschutzprojekt wird in mehreren Bauetappen umgesetzt. Während einzelne Massnahmen bereits abgeschlossen sind, laufen an anderen Orten die Arbeiten oder stehen kurz bevor. In den kommenden Monaten und Jahren konzentrieren sich die Arbeiten unter anderem auf die Delsbergerstrasse, den Diebach, den Wahlenbach und die Norimatt. Dort entstehen nicht nur neue Hochwasserschutzanlagen, sondern auch naturnah gestaltete Ufer und zusätzliche Erholungsräume. Im August wird der bestehende Norimattsteg durch einen rund 120 Meter flussaufwärts gelegenen Neubau ersetzt. Im Abschnitt Delsbergerstrasse dauern die Arbeiten voraussichtlich bis Oktober 2026.

Auch am Diebach wurde bereits gearbeitet. Weil die ausgebaute Birs bei Hochwasser künftig mehr Wasser aufnehmen kann, staut sich dieses teilweise in die Seitenbäche zurück. Beim Diebach könnte der Wasserstand dadurch um bis zu zwei Meter ansteigen. Um die angrenzenden Gebiete zu schützen, wurde zwischen Bach und Strasse auf fast der gesamten Länge ein rund einen halben Meter hoher Damm erstellt. Zudem wurden die Stützmauern beim Fussgängersteg beim Schwimmbad sowie die Strassenbrücke erhöht. Auf einer freien Fläche beim neuen Werkhof entstehen zudem mehrere Amphibienlaichgewässer, die den ökologischen Wert des Gebiets erhöhen. Ebenfalls seit Anfang 2026 wurde am Wahlenbach gebaut. Der Projektabschnitt reicht von der Einmündung des Ziegelschürbächlis bis zur Güterstrasse. Ein Damm, neue Stützmauern und Geländeanpassungen sollen verhindern, dass bei Hochwasser Wasser in die angrenzenden Wohn- und Gewerbegebiete gelangt.

Ein besonders prägender Abschnitt folgt schliesslich in der Norimatt. Die Arbeiten in diesem Projektabschnitt begannen im Mai 2026, die Hauptarbeiten starten im August. Durch die Verbreiterung der Birs entsteht ein grosszügigerer Flussraum. An der Aussenkurve wird das Ufer naturnah gestaltet und zu einem auenähnlichen Lebensraum mit einer vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt aufgewertet. Auf der Seite der Eishalle sind Bepflanzungen und Sitzstufen vorgesehen. Der künftige Birspark erhält dadurch eine direkte Anbindung an den Fluss. Für die umfangreichen Erdarbeiten wird der Birsuferweg abschnittsweise gesperrt. Die Umleitung führt während dieser Zeit über die Baselstrasse und den neuen Norimattsteg, der noch vor Abtransport des alten Stegs eröffnet werden soll.

Bau der Brücke schreitet voran

Der neue Steg nimmt derzeit in der Werkhalle der Senn AG Stahlbau in Oftringen Gestalt an. Aus Hunderten von Einzelteilen entsteht dort in aufwendiger Schweissarbeit eine Brücke aus einem Stück. Nach der Kontrolle der Schweissnähte und einer präzisen Vermessung Mitte Juli wurden die Bohrungen für die Widerlager festgelegt. So ist sichergestellt, dass der Steg bei seiner Anlieferung Ende August passgenau auf den vorbereiteten Widerlagern montiert werden kann. Anschliessend wurde die Brücke per Sondertransport nach Jona (SG) gebracht. Dort erhält sie den Korrosionsschutz sowie ihren definitiven Farbanstrich. Danach wird sie nach Laufen transportiert und dort mit einem 750-Tonnen-Pneukran an ihren endgültigen Standort eingeschwenkt.

Projekt auf Kurs

Das Hochwasserschutzprojekt erstreckt sich über rund 3,5 Kilometer entlang der Birs und umfasst rund 60 Einzelmassnahmen.

Nach Angaben des Projektleiters verlaufen die Arbeiten wie geplant. «Wir sind mit den Bauarbeiten im Zeitplan», sagt Philipp Meyer. Auch unerwartete Schwierigkeiten seien bislang ausgeblieben. «Es gab während der Bauarbeiten keine Überraschungen oder unvorhergesehenen Hürden.» Erfreulich sei zudem, dass die budgetierten Kosten bisher eingehalten werden konnten.

Die Fertigstellung des Gesamtprojekts ist Ende 2028 vorgesehen. Bis dahin werden weitere Abschnitte der Birs umgestaltet und die Schutzmassnahmen Schritt für Schritt vervollständigt.

Mit der Verlegung der Naubrücke steht Laufen im Anschluss noch ein weiteres Grossprojekt bevor: Die Planauflage für dieses Vorhaben ist für Frühling 2027 vorgesehen.

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