Megaschau der Ammoniten und Seeigel

Das Museum Laufental widmet im Anbau Nord dem Sammler Peter Borer mit 2000 Fossilien eine eigene Ausstellung. Die Fundstücke sind in hell beleuchteten Vitrinen originell und hautnah dokumentiert.

Vernissage im Museum Laufental: Initiant und Sammler Peter Borer (r.) freut sich über die gelungene Ausstellung.   Foto: Jürg Jeanloz
Vernissage im Museum Laufental: Initiant und Sammler Peter Borer (r.) freut sich über die gelungene Ausstellung. Foto: Jürg Jeanloz

Was sich vor 150 Millionen Jahren im Meer des Juragebirges tummelte, ist heute sauber und übersichtlich im neuen Annexbau des Laufner Museums ausgestellt. Auf einer Länge von sechzehn Metern sind in Glasvitrinen die ausgefallensten Fossilien zu sehen. Mit der Ausstellungsspezialistin Claudia Glass hat Peter Borer die Ausstellung selber entworfen und in die Tat umgesetzt. «Fossilien sind versteinerte Zeugen des Lebens vor Millionen von Jahren», erklärt er. Seit 40 Jahren sammelt der gelernte Offsetdrucker diese skurrilen Objekte. Es sind körperliche Überreste und Spuren von Lebewesen, die Auskunft über die Evolution, das Klima und die Gesteinsschichten geben.

Ammoniten, Nautiliden, Schnecken, Seelilien, Röhrenwürmer und andere Tiere reihen sich auf Glastablaren und bringen den Betrachter zum Staunen. Die Formen und Farben belegen die Kreativität der Natur. Borer lässt es aber nicht beim reinen Ausstellen bleiben. Mit kleinen Täfelchen bringt er Humor und Abwechslung in die Ausstellung. So steht auf einem Schild: «Ich bin ein altes Stück Knochen; ich habe alles vergessen und weiss nicht, von welchem Dinosaurier ich abstamme.» Oder: «Fast hat der Fossilien-Peter geglaubt, ich sei ein Ammonit… dabei bin ich nur eine Schnecke!» Und ein Seeigel wurde von Peter so schön poliert, dass man ihn des Gebrauchs von Make-up verdächtigt.
«Er bringt die Versteinerungen zum Sprechen», meint die Ausstellungsspezialistin Claudia Glass. Sie habe noch nie mit einem Fossilien-Sammler gearbeitet, sie sei begeistert von seiner Leidenschaft und seinem grossen Fachwissen. Er habe eine phantastische Sammlung angelegt und trage so viel zum kulturellen Leben der Region bei.

Wie Stadtpräsidentin Brigitte Bos an der Vernissage ausführte, sei ein Traum für Peter Borer in Erfüllung gegangen. 2008 hatte er die Amanz-Gresly-Auszeichnung für seine Sammlung und sein paläontologisches Wissen erhalten, jetzt sei ihm eine bleibende Würdigung verliehen worden. «Ich hätte noch Objekte von jurassischen Saurierspuren in Aussicht», meinte Borer schelmisch. Es fehle ihm aber die Kleinigkeit von 40 000 Franken, um sich diesen Traum fürs Museum zu erfüllen.

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