Massnahmen zur Fischgängigkeit an der Lüssel wirken
An der Lüssel in Brislach hat das Tiefbauamt Basel-Landschaft in mehreren Etappen Massnahmen umgesetzt, damit Fische den Fluss ungehindert durchwandern können. Eine unabhängige Fischökologin hat die Wirkung der umgesetzten Massnahmen überprüft. Sie bestätigt den Erfolg.
Brislach
Fliessgewässer bieten von der Quelle bis zur Mündung zahlreiche unterschiedliche Lebensräume und sind zugleich wichtige Verbindungskorridore in der Landschaft. Tiere sind darauf angewiesen, sich entlang von Fliessgewässern frei bewegen zu können. Gerade Fische suchen je nach Lebensphase und Jahreszeit unterschiedliche Orte auf — etwa zum Verstecken, zur Nahrungssuche oder zur Fortpflanzung. Das ist auch mit Blick auf den Klimawandel entscheidend. Sinkende Wasserstände und steigende Temperaturen setzen Fische unter Druck. Ohne diese Bewegungsfreiheit sind ihre Überlebenschancen deutlich geringer.
Doch die Längsvernetzung vieler Fliessgewässer ist eingeschränkt: Fische können nicht frei wandern. Schuld daran sind Verbauungen wie Wasserkraftwerke, Schwellen, glatte Rampen oder Wehre. Diese Hindernisse zerstückeln die Lebensräume.
Sie wurden früher erstellt, um das Flussbett zu stabilisieren oder Wasser zu nutzen. Heute erfüllen viele dieser Bauwerke ihren Zweck nicht mehr. Sie können entfernt oder so umgebaut werden, dass Fische sie überwinden können.
An der Lüssel in mehreren Etappen zum Ziel
Auch die Lüssel ist stark verbaut. Zwischen der Mündung in die Birs bei Zwingen und der Kantonsgrenze zu Solothurn verhinderten zahlreiche Schwellen die Wanderung der Fische. Dabei hat die Lüssel als Seitengewässer der Birs eine hohe ökologische Bedeutung. Sie gilt zudem als mögliches zukünftiges Lachsgewässer. Deshalb erarbeitete das Tiefbauamt bereits 2015 ein Konzept, um die Durchgängigkeit wiederherzustellen. In den folgenden Jahren setzte die Unterhaltsgruppe Wasserbau des Tiefbauamts verschiedene Massnahmen in drei Etappen um. Die letzte Bauetappe wurde im Sommer 2025 abgeschlossen.
Je nach Situation kamen unterschiedliche Lösungen zum Einsatz. Beim höchsten natürlichen Absturz von rund zwei Metern wurde ein Umgehungsgerinne erstellt, ein künstlicher Nebenarm mit kleinen Stufen und Becken. Es erlaubt Fischen, das natürliche Hindernis zu umgehen. Bei kleineren Hindernissen bauten die Fachleute Rampen aus grossen Steinen. Diese sind so gestaltet, dass Fische sie überwinden können. Teilweise genügte es, einzelne Steine zu entfernen und so Durchgänge zu schaffen. Kleine Schwellen wurden zudem durch zwei Halbschwellen ersetzt. Bei allen Massnahmen achtete man darauf, dass das Flussbett auch in Zukunft stabil ist.
Unabhängige Expertin bestätigt: Massnahmen wirken
Nach Abschluss der Arbeiten liess das Tiefbauamt die Massnahmen von einer externen Fischökologin überprüfen. Ihr Fazit ist positiv: Die Lüssel ist nun von der Mündung bis zur Kantonsgrenze durchwanderbar. Einzig ein Absturz in Zwingen ist noch nicht optimal passierbar. Besonders bei niedrigem Wasserstand könnten einige Fische hier noch Mühe haben. Dieses Hindernis wird noch in diesem Jahr angepasst.
Für eine vollständig durchgängige Strecke sind auch Massnahmen im Kanton Solothurn notwendig. Hinter der Kantonsgrenze lauern noch einige Hindernisse. Werden auch sie beseitigt, entsteht ein zusammenhängender Lebensraum, der sich über ein weites Gebiet erstreckt.
Den Gastbeitrag erstellte Alicia Escher, Projektleiterin Wasserbau, Kanton Basel-Landschaft.
Warum vernetzte Gewässer wichtig sind
Fliessgewässer bilden Lebensräume und Wanderkorridore für viele Tierarten. Längsvernetzung bedeutet, dass Tiere sich entlang eines Gewässers frei bewegen können. Für Fische ist das entscheidend: Sie wechseln im Laufe ihres Lebens die Standorte, etwa zwischen Laichplätzen, Nahrungsgebieten und Rückzugsorten. Ist ein Gewässer unterbrochen, können sie diese Orte nicht mehr erreichen.
In der Schweiz sind viele Gewässer durch Bauwerke zerschnitten. Bund und Kantone arbeiten daran, diese Hindernisse schrittweise zu beseitigen. Das Baselbiet setzt Massnahmen aktiv um und leistet damit zur Wiedervernetzung der Gewässer einen wichtigen Beitrag.






