Die Frage der Zukunftsmusik
Büsserach verlangte vom Vorstand der Regionalen Musikschule Laufental-Thierstein eine Grundsatzdebatte zur Zukunftsstrategie. Die Budget-versammlung vom Dienstag zeigte, dass man damit offene Türen einstiess.

Laufen
Die regionale Musikschule Laufental-Thierstein hat bei den Schülereinheiten verloren, während die Ausgaben gestiegen sind. Diese Entwicklung bereitet dem Gemeinderat von Büsserach Sorgen. «Wir forderten den Vorstand auf, die Gründe zu erläutern und aufzuzeigen, in welche Richtung sich die Musikschule bewegen soll», erklärt Büsserachs Statthalter Philipp Graber auf Anfrage dieser Zeitung. «Die Gemeinden stehen finanziell unter Druck und gehen im Rahmen ihrer Finanzplanung immer wieder über die Bücher. Vertiefte Analysen und die Debatte darüber erwarte er auch vom Vorstand eines Zweckverbandes. «Büsserachs Eingabe erfolgte letzten August — die Antworten liessen auf sich warten. Der Vorstand signalisierte Gesprächsbereitschaft auf dem bilateralen Weg, uns ging es aber um Fakten, Preisschilder und um Transparenz, deswegen beharrten wir darauf, dass unser Vorstoss im Rahmen der Delegiertenversammlung behandelt wird», erklärt Graber und stellt klar: «Unsere Fragen sind kein Misstrauensvotum, sondern ein Weckruf. Wir möchten uns Gedanken zur strategischen Ausrichtung machen. Das soll keine Übung für die Verwaltung und den Vorstand sein; aber es liegt in der Natur der Sache, dass das Zusammentragen der Fakten und die Erläuterungen zu einzelnen Kostenstellen in der Verantwortung des Vorstandes liegen», führt Graber aus.
Die Delegierten der 25 Trägergemeinden trafen sich am Dienstagabend im alten Schlachthuus in Laufen zu ihrer Budgetversammlung und nutzten die Gelegenheit, sich zu den von Büsserach eingereichten Anträgen zu äussern. In der sachlich geführten Diskussion zeigte sich, dass man dem Vorstand und der Schulleitung vertraut. Die Mehrheit lehnte Büsserachs Antrag, eine Fünf-Jahres-Planung für das Finanz- und Personalwesen zu erstellen, ab. Auch wollte man sich den Aufwand sparen, eine Dezentralisierung der Unterrichtsstunden zu prüfen. Büsserach wollte wissen, ob die Musikschule im hart umkämpften Freizeitwettbewerb ihre Attraktivität vielleicht noch steigern könnte, erklärte Philipp Graber. Karl Wyss, Präsident der Regionalen Musikschule Laufental-Thierstein, wies darauf hin, dass man bereits heute neun verschiedene Standorte habe, was den Musikschulbetrieb bei der Logistik (Instrumenten-Transport) und dem finanziellen Aufwand immer wieder vor Herausforderungen stelle. Die Mehrheit der Versammlung stellte sich hinter das heutige Modell. Weiter hatte Büsserach beantragt, der Vorstand soll das Grundangebot und die darüber hinaus gehende Instrumentenvielfalt mit Preisschildern versehen. Wyss und Schulleiter Lucas Rössner betonten, dass es finanziell keinen Unterschied mache, mit welchem Musikinstrument die Lektion stattfinde. «Das Harfenangebot kommt die Schule nicht teurer zu stehen als der Klavierunterricht», meinte Rössner. Mit dem interkantonalen Abkommen sei geregelt, dass die Gemeinden ihren Kostenbeitrag auch dann leisten müssen, wenn Kinder auf ein Angebot einer anderen Musikschule ausweichen. In der Diskussion kam zum Ausdruck, dass man hinter der heutigen Angebotsvielfalt steht. Man rief in Erinnerung, dass die Musik Bildung sei und in der Gesellschaft viel Gutes bewirke. In der Region kämen grosse Talente zum Vorschein, wie die freiwillige Zertifizierung zeige. Zudem leiste die Musikschule ihren Beitrag zur Nachwuchsförderung der Musik- und Jodlervereine — unter anderem mit dem Angebot für die Kleinsten «Jodle fägt», zeigte Rössner auf. Er gab zum Schluss der zweistündigen Delegiertenversammlung bekannt, dass eine grosse Retraite zum Thema «Zukünftige Entwicklung und Ausrichtung einer zeitgemässen Musikschule für die Region» geplant sei. Wyss versicherte zudem, dass man auch die Kommunikation vertiefen werde. Einzelne Delegierte wollten ganz genau wissen, was sich hinter dem Personalkostenanstieg verbirgt. Grundsätzlich stehe dies in Abhängigkeit zum Lohnklassensystem des Kantons Baselland, der krankheitsbedingten Ausfälle, Lohnfortzahlungen und Stellvertretungen. Die Schlüsse, die man aus der Strategieanalyse ziehe, sollen im Verlauf des nächsten Jahres den Delegierten aufgezeigt werden, gab Wyss zu verstehen.
Das Haupttraktandum, das Budget für das Schuljahr 2026/2027, wurde klar genehmigt. Die Versammlung folgte dem Antrag des Vorstandes, die Elternbeiträge nicht zu erhöhen — auch wenn man diesbezüglich Spielraum hätte und die letzte Anpassung Jahre zurückliegt. «Wir wollen keine Zweiklassengesellschaft», begründete Wyss und versicherte, dass dem Vorstand und der Schulleitung der sparsame Umgang mit den Geldern am Herzen liegt. Die Ersatzwahlen waren unbestritten. Doris Gitzi (Grellingen) ersetzt Evelyne Graf und Jonas Scherrer (Blauen) tritt die Nachfolge für Lukas Reinhard an. Mit Ökonom Scherrer komme man Büsserachs Anliegen nach, im Schulrat auf eine breit abgestützte Zusammensetzung zu achten. Der Antrag, der angenommen wurde, verlangt, in Zukunft bei Ersatzwahlen Anforderungsprofile bekanntzugeben.

