Das Laufental wirtschaftlich stärken

Mit der «Neuen Regionalpolitik (NRP)» des Bundes gibt es nicht nur für Bergregionen, sondern auch für das Laufental und das Schwarzbubenland Fördergelder. Die Promotion Laufental zeigte an ihrer Generalversammlung auf, wie sie die Chance nutzt.

Wahlen

Gemeinden, Vereine, Unternehmen, doch auch Privatpersonen können sich bei der Wirtschaftsförderung Baselland im Rahmen der NRP (Neuen Regionalpolitik) des Bundes um Fördergelder bewerben. Unterstützt werden Projekte, die der ganzen Region einen Nutzen bringen und nachhaltig sind. Der Bund will mit seiner Neuen Regionalpolitik schwächere Regionen wettbewerbsfähiger machen. Im Vergleich mit der Birsstadt weist das Laufental strukturelle Defizite auf. Die Wirtschaftskraft pro Kopf liegt unter jener der Agglomeration Basel und es ist ein «Wegpendler-Ort». Der Bund sieht das Laufental «als ländliche Grenzregion mit strukturellem Entwicklungsbedarf». Bei der Promotion Laufental spricht man von «Entwicklungspotenzial». Geschäftsführer Patrick Neuenschwander ist überzeugt: «Ganz viele Schätze liegen im Verborgenen und warten nur darauf, entdeckt und vermarktet zu werden.» Für diese Arbeit lancierte die Promotion Laufental das Projekt «Detektei Laufental», das nun auch von Bund und Kanton finanziell unterstützt wird. Mit der Schatzsuche beauftragt wurde der Schweizer Soziologe und Journalist Mark Riklin. Als Ostschweizer begegne er der Aufgabe aus einer neutralen Betrachtung von aussen. Nach einem erfolgreichen Start im Schaufenster im Stedtli wechsle er aktuell zur mobilen Couch. Er stelle seinen Schreibtisch an verschiedenen Orten im Laufental auf und lade die Bevölkerung zum Gedankenaustausch und zum persönlichen Gespräch ein, kündigte er an der Generalversammlung der Promotion Laufental an. Die aus der Sommertour gesammelten Erkenntnisse sollen im Herbst ausgewertet und für die Vermarktung aufbereitet werden, erklärte Neuenschwander.

Die Wirtschaftsförderung Baselland — an der Generalversammlung der Promotion Laufental vertreten durch Thomas Kübler — sieht im Laufental einen starken KMU-Standort, einen industriellen Produktionsraum mit solider industrieller Arbeitskultur, eine Region mit technisch-handwerklichem Know-how und attestiert dem Bezirk grundsätzlich gute Wachstumschancen. Dafür braucht es raumplanerische Massnahmen. Die Verkehrsengpässe sind bekannt, reklamiert werden zudem Erschliessungsprobleme bei manchen Gewerbezonen. Die Promotion Laufental hat sich zum Ziel gesetzt, das Potenzial «Fachkräfte mit handwerklich-technischer Ausbildung, starkes KMU-Netzwerk und die hohe Identifikation mit Produktion und Industrie» zunutze zu machen und vom Förderprogramm des Bundes zu profitieren, resümierte Neuenschwander. Insgesamt liegen im NRP-Topf für das Laufental und Oberbaselbiet rund drei Millionen Franken.

Neuenschwander zeigte in seinen Ausführungen auf, dass die Promotion Laufental noch einige Pfeile im Köcher hat, wobei es eben um die Förderung der Arbeitszonen mit dem Fokus «bedarfsgerecht» geht. Das Projekt zur Bewirtschaftung der Arbeitszonen zeigt auf, wie ungenutzte Parzellen gegen Grundstücke getauscht werden können, die zwar baulich nutzbar wären, jedoch durch Zonenvorschriften eingeschränkt sind. «Das Raumplanungsgesetz des Kantons Baselland lässt grundsätzlich einen Spielraum, darauf stützen wir ab und entwickeln ein dafür notwendiges Anreizmodell», resümierte Neuenschwander.

Die Generalversammlung der Promotion Laufental fand letzten Donnerstag im Gemeindesaal von Wahlen statt. Vereinspräsidentin Regina Weibel zeigte im Jahresbericht auf, dass das Jahr 2025 durch die Ersatzmassnahmen der SBB-Totalsperrung geprägt war. Ihr Fazit fällt positiv aus. Die Region habe die hohen Hürden souverän gemeistert. Finanziell schloss das Vereinsjahr mit einem Verlust von 7000 Franken ab und auch das Budget 2026 rechnet mit mehr Aufwand als Ertrag. Der Verein habe hohe Rücklagen und stehe finanziell gut da, erklärte Vorstandsmitglied Mark Scherrer. Die Mitgliederzahl sei stabil, sie umfasst elf Gemeinden, acht Privatpersonen, 47 Unternehmungen, sechs Banken und sieben Institutionen. An den Mitgliederbeiträgen wird nicht geschraubt. Sie betragen für Privatpersonen 100 Franken, für die Gemeinden drei Franken pro Einwohner und für Unternehmungen von 100 bis 2000 Franken (je nach Betriebsgrösse), für Banken und Institutionen 500 Franken. Die Generalversammlung verabschiedete die Zahlen einstimmig, freute sich über Kontinuität beim Vorstand und bedankte sich mit Applaus für den Einsatz zugunsten der Region.

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