Liesberg stürzt sich ins Abenteuer

Die Gemeinde Liesberg nahm den diesjährigen Banntag sprichwörtlich. Nebst der traditionellen Wanderung lud sie dazu ein, den 21 Kilometer langen Gemeindebann abzulaufen — abseits der Wege mitten durchs ­Dickicht, über Stock und Stein und entlang von Felsen.

Belohnung: Wer den ganzen Bann abmarschierte, erhielt eine Medaille. Foto: Bea Asper

Dieses Vorhaben war nicht an einem Tag zu schaffen. Um das unwegsame Gelände sowie die vielen Höhen und Tiefen zu überwinden, musste die Wandergruppe 46 Leistungskilometer erbringen. Übernachtet wurde im Strohlager — auf dem Bauernhof des Gemeindepräsidenten Markus Wackernagel. 32 Einwohnerinnen und Einwohner liessen sich für dieses Abenteuer begeistern, machten sich am Mittwoch um sechs Uhr in der Früh auf den Weg und wurden am Donnerstagabend bei ihrer Ankunft auf dem Festplatz beim Grundköpfli mit einer Medaille geehrt. Die tapferen Bannläuferinnen und -läufer zeigten keineswegs Erschöpfung, sondern wirkten sehr aufgestellt. Geduldig positionierten sie sich für die Erinnerungsfotos und gaben Interviews, bevor sie sich dann an die Tische setzten und sich kulinarisch verwöhnen liessen. Das Küchenteam des Banntags (Andreas Steiner, Daniel Gygi, Yves Gygi, Anton Grun, Urs Steiner, Jakob Spahr und Pascal Steiner) hatte sich ebenfalls schon in der Morgenfrüh ans Werk gemacht, um die 250-köpfige Festgemeinde zu verköstigen. Es gab Geschnetzeltes mit Teigwaren — zubereitet traditionell in den grossen Kochtöpfen über dem Feuer.

«Solche Erlebnisse sind Gold wert»

«Das war ein einzigartiges Erlebnis», resümierte Routenchef und Revierförster Gerhard Walser. «Die Gruppe war sich erst fremd und wuchs kontinuierlich zusammen. Gerade wenn es im Gelände sehr schwierig wurde, stützte man sich gegenseitig. Es war eine tolle Dynamik spürbar. Man kam an seine Grenzen und ist nun überglücklich über das Vollbrachte», erzählte Walser. Für ihn war es eine zusätzliche Herausforderung, mit Cattledog DJ an der Leine Leitern zu passieren. «Doch auch das hat problemlos geklappt, da wir unterstützt wurden.» Des Weiteren sei es enorm spannend gewesen, die Heimat auf diese Art und Weise zu entdecken, führte Walser aus. Solche Erlebnisse seien für eine Dorfgemeinschaft Gold wert. Möglich sei dies nur gewesen, weil ein Organisationskomitee bereits Monate im Voraus alles minutiös vorbereitet hatte und weil ganz viele helfende Hände für einen reibungslosen Ablauf sorgten, vom Transport des Gepäcks bis zur Einrichtung des Nachtlagers und dem Zubereiten von kalorienreichen Mahl­zeiten, sagte OK-Präsident Sascha Flück. Er konnte sich dabei auf seine Erfahrung aus dem Militär abstützen.

Insgesamt investierte man viele Tage in das Rekognoszieren der Wegstrecke. Bis auf ganz wenige Meter verlief die Route genau auf der Gemeindegrenze, und wie es der Brauch will, kontrollierte der Liesberger Trupp, ob die Grenzsteine nicht zu den Gemeinden Bärschwil, Soyhieres, Kleinlützel, Röschenz und Laufen verschoben worden sind. Für ­einen Teil der Kosten kamen die Teil­nehmenden selber auf, der Teilnehmer­beitrag pro Person betrug 80 Franken. Dafür übernahm das OK mit einem Helfer­team von 15 Personen auch eine Rundumversorgung mit Logistik des Gepäcks und des Proviants sowie die Zubereitung der Mahlzeiten. «Wir sind natürlich überglücklich, dass das kleine Abenteuer ohne Zwischenfälle verlaufen ist», betonte Flück und freute sich, die von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern erbrachte Leistung zusammen mit der übrigen Wandergruppe des Banntags bei herrlichem Sonnenschein feiern zu können.

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