Vom Abstrakten zum Tierischen

Eine lange Reise der abstrakten Malerei hat Henk Blokland in seinem Leben hingelegt. Ans gewünschte Ziel führte das nicht. Immer wieder überarbeitete der Niederländer seine Werke, die allmählich «tierisch» wurden. Die Galerie Alts Schlachthuus präsentiert « ...und es wurde Tier».

Der Künstler und sein tierisches Werk: Henk Blokland in der Galerie Alts Schlachthuus. Foto: Martin Staub
Der Künstler und sein tierisches Werk: Henk Blokland in der Galerie Alts Schlachthuus. Foto: Martin Staub

1954 in der Region Den Haag geboren, machte Henk Blokland eine Lebensreise von seinem geliebten niederländischen Strand über Israel zurück in seine Heimat als diplomierter Landwirt und schliesslich in die Schweiz über Reinach und Dornach als Mal- und Zeichenlehrer bis nach Himmelried, wo er heute mit seiner Partnerin lebt. In ihrer Einführung anlässlich der Vernissage vom vergangenen Freitag beschrieb Barbara Rösler, Sekundarlehrerin und Himmelrieder Gemeinderätin, den Künstler als Reisenden durch ein Leben mit wechselnden Schwerpunkten. Der 71-Jährige wurde zum malenden Künstler, zum Zeichen- und Mallehrer und schliesslich zum Sozialarbeiter. «Geprägt von einer Art Individual-Anarchismus», brachte es die Laudatorin auf den Punkt.

Mit seiner von Abstraktion geprägten Malerei geriet Henk Blokland zunehmend in eine Sackgasse. Vor rund vier Jahren begann er, seinen Werken tierisches Leben einzuhauchen. « ... und es wurde Tier» als Titel der Bilderausstellung trifft den Nagel auf den Kopf. 32 Werke in Acryl, mit zum Teil selbst hergestellten, natürlichen Farben, zeigen ein vielfältiges Bildwerk in diversen Formaten aus dem Tierreich. Begleitet vom Humor des Malers und dem gesamten Spektrum der Farbpalette. Wer glaubt, es handle sich um eine Sammlung von bloss perfekt gemalten Porträts aus der Tierwelt, liegt weit daneben. Henk Bloklands Werke lassen seine Vergangenheit der Abstraktmalerei deutlich durchblicken. Die Mischung macht’s. Seekuh, Wolf, Tintenfisch, Schimpanse und auch alles andere Getier erscheinen als sorgfältig gestaltete Karikaturen. Alice Antony rätselte in ihrer Begrüssungsrede über die beabsichtigte Botschaft des Künstlers: «Ist es eine Hommage an die Vielfalt der göttlichen Schöpfung? Oder einfach ein künstlerisches Experiment mit dem Formenreichtum der Tierwelt?»

« ...und es wurde Tier» zieht den Betrachter und die Betrachterin zweifellos in den Bann, wie viele anregende Diskussionen der über 80 Vernissage-Besuchenden zeigten. «Seien und bleiben wir Mensch und geniessen die Vielfalt der hier dargestellten Tierarten», schloss die Kuratorin ihre Eröffnungsworte.

Die Ausstellung in der Galerie Alts Schlachthuus dauert bis zum 8. Februar. Öffnungszeiten: Fr, 17 bis 21 Uhr; So, 11 bis 16 Uhr. Finissage, 8. Februar.

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