Das Schlachthuus tanzt weiter
Seit zwei Jahrzehnten wird im Alts Schlacht-huus achtmal pro Jahr getanzt. Zum Jubiläum am 20. März stellt das Team den Abend auf den Kopf und rückt erstmals die eigenen Lieblingssongs ins Zentrum.

Vor 20 Jahren gründeten Werner Mayr und Karin Zubler die Schlachthuus-Disco in Laufen. Seither fanden über 150 Tanzanlässe mit durchschnittlich 120 Partygästen pro Abend statt. Acht Anlässe pro Jahr, wechselnde DJs, regelmässige Schnupperkurse und ein treues Publikum prägen die Disco bis heute. Was als Idee begann, nicht für jeden Tanzabend in die Stadt fahren zu müssen, ist zu einem festen Treffpunkt in Laufen geworden.
Ein Ort, an dem man sich frei bewegen kann
«Es geht los um neun, um fünf nach neun ist die Tanzfläche voll. Die DJs staunen immer wieder, denn in der Stadt braucht es deutlich länger als in Laufen, bis die Leute tanzen», erzählt Werner Mayr. «Die Gäste schätzen in Laufen die familiäre und lockere Atmosphäre. Es ist ein Ort, an dem man sich frei bewegen kann — auf der Tanzfläche genauso wie im Bistro bei einem Drink. So ist die Disco auch Treffpunkt und Begegnungsort.» Eine Altersbeschränkung gibt es nicht. Auch allein in die Disco zu kommen, ist kein Problem — auch als Frau nicht. Beschwerden wegen Belästigungen habe es noch nie gegeben.
Alle seien willkommen und würden herzlich empfangen, das gehöre zum Konzept. «Wir wollen Gastgeber sein und nicht einfach nur an der Kasse sitzen und einkassieren», sagt Mayr. Das Team geht bewusst auf die Gäste zu und mischt sich unter die Tanzenden. Authentisch sein, mittanzen, präsent sein — das sei zentral. Manchmal sprechen sie Unentschlossene direkt an: «Komm doch rein, es kostet nur 13 Franken.» Niederschwelligkeit ist gewollt. Anfangs überwog in der Disco eine Frauenmehrheit, inzwischen hat sich das Verhältnis beinahe ausgeglichen. Auch neue Gäste aus Basel oder dem Leimental sind regelmässig zu entdecken, stellt Mayr fest. Zu den Höhepunkten zählt er das 10-Jahre-Jubiläum: «Die Disco war mit über 180 Personen proppenvoll. Wir veranstalteten ein Quiz, das war richtig lustig.» Auch die Silvester-Discos mit Buffet bleiben in Erinnerung.
Musikalisch setzt das Team der Schlachthuus-Disco seit Jahren auf Vielfalt, wobei letztendlich der DJ oder die DJane die Musikauswahl bestimmt. Umso wichtiger ist die sorgfältige Auswahl der DJs. «Es gibt nicht allzu viele, die ein breites Spektrum an Musik anbieten und flexibel sind. Viele sind spezialisiert,zum Beispiel auf die 80er-Jahre oder auf Salsa. Gutes Auflegen bedeutet mehr als eine Playlist abspielen — abmischen und passende Übergänge sind entscheidend», sagt Mayr. Der Flow des Abends entstehe im Zusammenspiel von DJ und Publikum.
Jubiläum mit Lieblingssongs
Zum 20-Jahre-Jubiläum am 20. März wird das bewährte Zusammenspiel von DJ und Publikum bewusst anders gewichtet. Statt dass der DJ die musikalische Linie vorgibt, stellt das Disco-Team die Songs zusammen. Die sechs Teammitglieder erstellen je eine persönliche Playlist und geben damit Einblick in ihre musikalischen Vorlieben. DJ Tom Stone übernimmt die Aufgabe, daraus einen stimmigen Abend zu mixen. Zusätzlich ist eine Überraschung geplant.
Hinter der Schlachthuus-Disco stehen heute Käthy, Brigitta, Martin, Ulli sowie Werner und Karin. Sie organisieren die DJs, koordinieren Auf- und Abbau und betreuen die Gäste. In der Technik unterstützt Martin Häner vom Kulturforum, für das leibliche Wohl sorgt das «nöis»-Team rund um Marisa Hänggi. Weiterhin sind acht Tanzanlässe pro Jahr geplant, dazu Schnupperkurse in unterschiedlichen Tanzstilen. Die Motivation sei unverändert, sagt Mayr: «Die Leute gehen freitagnachts glücklich aus dem Schlachthuus und beschwingt ins Wochenende.» Solange das so bleibe, bleibe auch das Konzept bestehen — auch über das Jubiläum hinaus.


