Liederstrauss statt Königskuchen

Die Männerchöre aus Brislach und Grellingen sowie die junge Pianistin Jasna Meier wünschten mit ihren Liebesliedern Glück im neuen Jahr.

Die Männerchöre Brislach und Eintracht Grellingen: Singen unter der Leitung von Myron Ackermann einen Liederstrauss zum neuen Jahr.  Fotos: Roland Bürki

Die Männerchöre Brislach und Eintracht Grellingen: Singen unter der Leitung von Myron Ackermann einen Liederstrauss zum neuen Jahr. Fotos: Roland Bürki

Jasna Meier: Begeisterte mit ihrem Klavierspiel unter den Augen der Heiligen Drei Könige (bei der Krippe hinter ihr).

Jasna Meier: Begeisterte mit ihrem Klavierspiel unter den Augen der Heiligen Drei Könige (bei der Krippe hinter ihr).

Es muss nicht immer Königskuchen sein, hatten sich die vereinigten Männerchöre von Brislach und Grellingen zum Dreikönigstag und zum neuen Jahr gedacht. Und auf den 6. Januar, dem Tag der Sternsinger, zum Liederstrauss eingeladen. «Blumen und Lieder passen zu jedem Fest», wandte sich Hans Racine, Präsident des Männerchors Brislach, an eine erwartungsvolle Zuhörerschaft in der Pfarrkirche St. Peter. Es sei ein glücklicher Zufall, dass der Männerchor Eintracht aus Grellingen und der Männerchor Brislach zusammengefunden hätten, freute sich Racine: «Wir haben mit Myron Ackermann nämlich den gleichen, ausgezeichneten Dirigenten.» Trotz der willkommenen Stärkung der Reihen wünschte sich der Präsident vom neuen Jahr insgeheim noch weitere sangesfreudige Männer, den Gästen aber Glück, Harmonie und Gesundheit.

Liebe ist nicht zu beschreiben
Weil Liebe nach den Worten Racines nicht zu beschreiben ist, sangen sich die 21 Sänger deren Leiden und Freuden von verhalten gefühlvoll bis heiss glühend vom Herzen. Wehmütig etwa in der russischen Volksweise «Suliko, mein Mädchen» und dann in der «Fahrt zur Allerliebsten» wieder munter galoppierend «mit den Rösselein zu der Allerliebsten fein».
Mit «Marmor, Stein und Eisen bricht» und «Aber dich gibt’s nur einmal für mich» brachen die Sänger auch gleich alle Herzen, die dieser Schmuseoffensive nicht standhalten konnten. Dies nicht zuletzt auch wegen des freudig schunkelnden Chores, der das Stillsitzen schwierig machte.
Als im letzten Liederstrauss die Christbaumbeleuchtung schlapp machte, mutierten die Sänger zu Sternsingern und liessen mit «Stern leuchte herab» kurzerhand Herzen und Gesichter strahlen.
Dies gelang auch der 13-jährigen Schülerin Jasna Meier, die seit acht Jahren Klavier spielt. Ohne Noten liess sie fast traumwandlerisch sicher ihre Finger über die Tasten gleiten. So beim schwierigen «Le petit ane blanc», beim Song «My Heart will go on» aus dem Titanic-Film, beim gefühlvollen Walzer von Chopin und auch beim Soundtrack aus dem Film «Forrest Gump». Das Publikum zeigte sich mit Recht begeistert über Jasnas Auftritt, der durchaus mit dem Fund der kleinen Figur im Königskuchen zu vergleichen war. Und die beiden Männerchöre waren nicht minder begeistert, als sie zum Schluss nochmals zum Schunkeln herausgeklatscht wurden.

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