Lichtkuppeln und Lichtblicke

In einer konzentrierten Wirtschaftswoche werden Jugendliche in die Rolle von Turnschuh-Herstellern schlüpfen.

Geschlechtertrennung: Die Mädchen überlassen die erste Reihe den Jungs, die arbeiten, handlangern wie Kurt Röschli (r.) oder zumindest interessiert bei der Montage der innovativen Rauchschutzkuppel zuschauen.  Foto: Gini Minonzio
Geschlechtertrennung: Die Mädchen überlassen die erste Reihe den Jungs, die arbeiten, handlangern wie Kurt Röschli (r.) oder zumindest interessiert bei der Montage der innovativen Rauchschutzkuppel zuschauen. Foto: Gini Minonzio

Es braucht viel mehr für eine Produktion, als man denkt», sagte Céline Küng, Schülerin des Gymnasiums Laufental-Thierstein, nach dem Rundgang in der Firma ISBA AG vom letzten Donnerstag. Der Besuch stellte den konkreten Auftakt zur alljährlichen Wirtschaftswoche dar. Die Gymnasiasten der Klasse 2ABS werden während einer Woche ein Planspiel durchführen und Turnschuhe produzieren.

Weil doch etliche Gymnasiasten noch nie in ihrem Leben in einer Fabrik standen, wurden sie als Erstes vom Inhaber Daniel Schaer und vom Verkaufsleiter Kurt Röschli durch die ISBA AG geführt. ISBA AG in Zwingen stellt als einzige Firma in der Schweiz Lichtkuppeln und Lichtbänder her. Manche Fertigungsschritte erfolgen vollautomatisch, bei anderen ist noch viel Hand-
arbeit gefragt. Doch auch bei der Handarbeit gibt es grosse Unterschiede. Die Arbeiter, welche die Acrylglas-Teile der Kuppeln produzieren, scheinen einen «Schoggijob» gefasst zu haben (immer schön warten, bis die Maschine wieder eine Acrylglas-Platte zu einer Kuppel aufgeblasen hat). Die anderen hingegen, welche die Rahmen mit glasfaserverstärktem Kunststoff überziehen müssen — da wird man müde, wenn man nur schon zusieht.
Die Firma ist ein Familienunternehmen und finanziert sich vollkommen ohne Banken. Sie arbeitet unter anderem mit den Architekten Herzog und de Meuron zusammen und konnte deshalb die berühmten 4500 Lichtkuppeln des Joggeli-Stadions liefern. In vielen Bereichen also eine enorm spannende Firma. Trotzdem gelang es Röschli auch mit seinem ganzen Wissen und Charme nicht, bei seiner Schülergruppe Fragen hervorzukitzeln.

Vielleicht werden die 40 Schüler aufblühen, wenn sie wieder in ihrem Element sind, das heisst, wenn sie wieder an einem Schulpult sitzen. Denn zwei Klassen des Gymnasiums und ein Lehrling sind nun in der Wirtschaftswoche engagiert. Im Studienheim in La Ferri-ère, in den Freibergen, führen sie mittels eines Planspiels ein Unternehmen. Die Jugendlichen müssen ein Produkt herstellen, und entsprechend Personal anstellen, Löhne bezahlen. Maschinen kaufen. Das Simulationsspiel umfasst auch Fragen zur Umweltbelastung. Ökologie kann ganz schon teuer sein. Und damit überhaupt jemand die Waren kauft, müssen die Schüler auch Werbematerial herstellen. Daniel Schaer, Inhaber der ISBA AG, denkt, dass eine gute Werbung für den Erfolg beim Verkauf von Turnschuhen das Allerwichtigste ist.

Hauptorganisatorin der Wirtschaftswoche ist Jeannine Onori von der Handelskammer beider Basel. Das Patronat liegt beim Industrieverband Laufen-Thierstein-Dorneck-Birseck. Roland Strohmeier von der Arbeitsgruppe Wirtschaft sorgt dafür, dass der Anlass ein Erfolg wird.

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