Laufen rüstet auf

Laufen stellt einen zweiten Stadtpolizisten ein. Das tönt erst mal richtig beunruhigend. Sind die Einbruchszahlen explodiert? Stehen die Vandalen vor den Toren der Stadt? Haben sich die Laufner zu Rennfahrern entwickelt?

Die Kinder freuts: Juliana Nufer zeigt, wo im Gebiet Gymnasium-Bleiholle die 30er-Zone beginnen wird.  Foto: Gini Minonzio
Die Kinder freuts: Juliana Nufer zeigt, wo im Gebiet Gymnasium-Bleiholle die 30er-Zone beginnen wird. Foto: Gini Minonzio

Um die Einbruchserie zu stoppen, patrouilliert in Röschenz neu ein privater Sicherheitsdienst. Nun stellt die Nachbargemeinde Laufen im Sommer sogar einen zweiten Stadtpolizisten ein. Was ist los? Das Wochenblatt hat sich bei Juliana Nufer erkundigt, die im Stadtrat für das Ressort Sicherheit und Justiz zuständig ist.

Frau Nufer, was ist passiert, dass Laufen einen zweiten Stadtpolizisten braucht?
Juliana Nufer: Die Kantonspolizei ist nicht mehr für Ruhe und Ordnung zuständig. Mit dem neuen Polizeigesetz ist das Aufgabe der Gemeinden. Und zwar rund um die Uhr. Auf Patrouille dürfen die Polizisten aber nur zu zweit gehen. Deshalb werden wir ab Juli einen zweiten Polizisten einstellen.
Der zweite Polizist hat also nichts mit vermehrten Einbrüchen zu tun?
Nein. Wir haben uns letzte Woche von der Kantonspolizei informieren lassen und stehen über den Stadtpolizisten in ständigem Austausch. Die Einbruchsrate in Laufen bewegt sich im gleichen Rahmen wie im Gesamtkanton. Wobei jeder Einbruch für die Betroffenen immer einer zu viel ist.


Wieso organisiert Laufen den Patrouillendienst nicht zusammen mit einer Partnergemeinde?
Bisher haben wir mit der Gemeinde Aesch zusammengearbeitet. Diese will neu lieber mit Reinach kooperieren. Meine Vision ist es jedoch, dass wir im Laufental einen Verbund haben, so wie es bei Feuerwehr, Zivilschutz und Regionalem Führungsstab bereits der Fall ist.

Nur mit Patrouillendienst, wenn irgendwo ein Fest zu laut wird, lässt sich doch keine Stelle ausfüllen.
Das stimmt. Laufen führt in drei Gebieten Tempo-30-Zonen ein. Um da die neue Tempolimite durchzusetzen, sind Geschwindigkeitskontrollen zwingend.
Wie viel Bussengeld will Laufen denn einnehmen?
Wir haben kein Bussenziel. Im letztjährigen Budget waren 37 000 Franken vorgesehen. Erfahrungsgemäss rechnen wir im aktuellen Budget mit 73 000 Franken. Für das ganze Polizeiwesen haben wir letztes Jahr 130 000 Franken ausgegeben. Mit dem zweiten Stadtpolizisten wird sich diese Zahl bei rund 250 000 Franken einpendeln.

Die Autofahrer sollen diszipliniert werden, doch gegen die Einbrecher macht Laufen nichts?
Die neuen 30er-Zonen sollen die Schulwege sicherer machen, den Lärm reduzieren und das Sicherheitsgefühl erhöhen. Wenn das Volk sie beschliesst, so müssen wir auch dafür sorgen, dass sie funktionieren. Was die Einbrüche anbelangt, so haben wir bereits vor einem Jahr eine Informationsveranstaltung durchgeführt. Wir haben uns von der Kantonspolizei beraten lassen. Um die Bevölkerung vor Einbrechern zu schützen, sind die Kantonspolizei und jeder einzelne mit seiner Eigenverantwortung zuständig.

Wird der neue Stadtpolizist auch eingesetzt, um dem Vandalismus Herr zu werden?
Eher weniger. Hier setzen wir vor allem auf Videoüberwachung. Das Videoreglement ist in Kraft und wir werden der Gemeindeversammlung bald erste Standorte der Kameras vorschlagen können.
Das tönt jetzt aber nach gar viel Repression in Laufen.
Der Stadtrat kann ja keine Kinder oder Erwachsene erziehen! Es geht auch um ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis. Doch noch dieses Jahr wollen wir eine Veranstaltung zum Thema Zivilcourage organisieren.

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