Laufen löste Begeisterung aus
Der EHC Laufen war nahe dran Vereinsgeschichte zu schreiben. Unglücklich verlor man das entscheidende dritte Spiel in Wettingen. Die beiden letzten Halbfinalauftritte der Mannschaft entfachten jedoch bei den Laufner Hockeyfans unerwartete Begeisterung.

Am Samstag waren nach dem mit 5:4 in der Overtime gewonnenen Heimspiel rund 90 erwartungsfrohe Laufner Anhänger nach Wettingen gereist und ermöglichten dem Team ein Heimspiel. Die Partie war umkämpft, spannend und bis zur letzten Sirene wusste keiner, wer sich für das Endspiel qualifiziert. Laufen führte im Startdrittel durch Alain Willemin und Roger Stähli zweimal, musste aber mit 2:3 in die Kabine. «Das Resultat war leider ein schlechter Lohn für unsere gute Leistung», sah es Trainer Amsler. Laufen steckte den Doppelschlag vom 2:1 zum 2:3 innert 16 (!) Sekunden ebenso weg wie das 4:2 nur 67 Sekunden nach Wiederbeginn. Das schafft nur eine Equipe, die wirklich ein Team ist, wo jeder für jeden geht. Die Antwort kam, wie im Heimspiel, sofort. Andy Keller gelang der Anschlusstreffer nur eine Minute später. So liess man den Gegner nie ausruhen. In der 36. Minute sorgte Adrian Laubacher für den vielbejubelten Ausgleich nach zwei Dritteln. Als das Heimteam in der 46. Minute 5:4 in Führung ging, glaubte keiner der 141 Zuschauer, dass dies der letzte Treffer des Spiels war. Trotz sechs (!) Partien innert neun Tagen fightete Laufen weiter. Die Begegnung wurde dann in der Endphase zur reinen Hitchcock-Angelegenheit. Der Favorit drosch die Scheibe aus dem eigenen Drittel und sah sofort wieder Angriffe auf ihn zukommen. In der 57. Minute gab es ein Überzahlspiel für Laufen, doch das Glück war nun nicht mehr auf der Seite der Laufentaler. Ein Pfostenschuss und mehrere Abschlussversuche resultierten, aber kein Treffer. Der Ausgleich fiel auch dann nicht, als Laufen die letzte Minute ohne Goalie, dafür mit einem Feldspieler mehr agierte. «Wir hatten leider kein Abschlussglück mehr. Meine Jungs kämpften aber grossartig. Ich bin stolz auf dieses Team.» Das waren auch die mitgereisten Fans, welche noch Minuten nach dem Spiel die Spieler, die teils mit Tränen in den Augen zu den Fans fuhren, hochleben liessen. Mit fliegenden Fahnen untergegangen trifft für diese Playoffs nicht zu. Mit erhobenem Haupt hat es Laufen hauchdünn verpasst, Vereinsgeschichte zu schreiben. Das Amsler Team hat dem grossen Favoriten alles abverlangt. Auch Präsident Walter Winteler war angetan von dieser Halbfinalserie. «Das war eine grossartige Vorstellung und beste Werbung für den EHC Laufen. Ich freue mich bereits auf die kommende Saison, die mit praktisch unverändertem Kader und Staff begonnen werden sollte.»


