Laufen erhält zwei neue Bahnunterführungen
Umleitungen, Baulärm und eine Totalsperre sind der Preis für die neuen Bahnunterführungen. Stadt und Kanton versprechen sich dadurch eine «Infrastruktur, die für alle besser und sicherer» wird. Noch gibt es Zweifelnde.

Eine deutliche Mehrheit der Baselbieter Stimmbevölkerung sagte am 30. November 2025 Ja zum Bau der neuen Naubrücke in Laufen. Diese erlaubt es dem Kanton, die Birs am Standort der heutigen Nau-brücke im Zuge der laufenden Hochwasserschutzmassnahmen zu verbreitern. «Zentral für das Projekt sind aber auch die neuen Bahnunterführungen beim Schliffweg und der Eishalle», erklärte Andrea Tschopp, Sprecherin der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion. Über die Unterführungen informierten Kanton und Stadt am Dienstagabend im kantonalen Zentrum für Hochwasserschutz in Laufen.
«Eine Verbreiterung der bestehenden Schliffweg-Unterführung ist nötig», führte Projektleiter Boris Kunze aus. Nur so könnten Fahrzeuge, die künftig von der Naustrasse auf den Schliffweg abbiegen mit auffahrenden Fahrzeugen kreuzen. Die neue Unterführung werde mindestens 3,70 Metern hoch — 50 Zentimeter höher als die heutige. Parallel werde eine neue Fussgänger- und Velounterführung auf Höhe der Eishalle gebaut. Der Langsamverkehr führe künftig vom Schliffweg aus am Fussballplatz vorbei und unter Bahn und Naustrasse hindurch zum Uferweg.
Während der Bauzeit von Mai 2027 bis Februar 2028 ist die Schliffweg-Unterführung mit Ausnahme des Velo- und Fussverkehrs gesperrt. Die Umleitung führt über die Bahnhof-, Brislach– und Diebachstrasse. «Um die Brückenelemente einzuschieben und einzuheben ist schliesslich eine zehntägige Totalsperre zwischen 22. November und 2. Dezember 2027 geplant», erläuterte Kunze. In dieser Zeit gäbe es einen Bahnersatz und die Unterführung sei auch für den Langsamverkehr gesperrt. «Uns stehen harte Jahre mit Baulärm und Verkehrsumleitungen bevor», hielt Stadtpräsident Pascal Bolliger fest. «Doch sobald diese Projekte umgesetzt sind, haben wir eine Infrastruktur, die für alle besser und sicherer ist.» Das gelte insbesondere auch für den Schulweg.
«Vier Meter werden es nie»
Noch nicht alle wollten diesen Versprechen Vertrauen schenken. Für Unmut sorgte am Dienstag vor allem die Höhe der Unterführung. «Der Schliffweg bedient ein Industriegebiet, 3,70 Meter sind also immer noch zu wenig», wurde aus der Versammlung kritisiert. Es brauche mindestens 4 Meter, ansonsten müsse ein Kranlastwagen oder ein Salztanker, der den Werkhof bediene, weiterhin über die Brislachstrasse fahren. Ohnehin müsse die Stadt dort die Erhöhung der Verkehrssicherheit besser ins Auge fassen, meinte eine Anwohnerin. «Viele Lastwagen fahren schon heute zu schnell und gefährden die Schulwegsicherheit.»
Eine weitere Ausdehnung der Unterführungshöhe werde derzeit geprüft, beteuerte Kunze. «Doch wir sind oben durch die Bahntrasse und unten durch die Leitungen limitiert.» Zudem würde das Gefälle der Strasse irgendwann zu hoch. «Vier Meter werden es nie.»
Die öffentliche Planauflage und Einsprachefrist für das Teilprojekt Unterführungen laufe laut Kunze vom 1. bis zum 30. Juni 2026. Das Teilprojekt Naustrasse und Brücke sei aber noch in Bearbeitung. Deren öffentliche Planauflage ist im Frühling 2027 vorgesehen, wofür der Kanton eine weitere vorgängige Informationsveranstaltung ankündigte.


