150 Jahre Herz-Jesu-Chor in Laufen

Der Herz-Jesu-Chor feiert dieses Jahr sein 150-Jahr-Jubiläum. Der Autor hat hier Geschichtliches zusammengetragen.

 

Der Herz-Jesu-Chor wurde 1876 als «Gemischter Chor Cäcilia» aus der Taufe gehoben und war ein Kind des Kulturkampfes. Vierzehn Sängerinnen und Sänger gestalten 1877 den Einweihungsgottesdienst in der neuerbauten Notkirche an der Baselstrasse. Das Übungslokal war die Spengler-Werkstätte des Chorsängers Josef Hof.

Bisher nur sieben Dirigenten

Der erste Dirigent, Albert Bohrer, «Mühlemacher», übte die geistlichen Lieder mithilfe seiner Klarinette ein. Ihm folgten bis heute nur gerade sechs Dirigenten: Anton Schuhmacher-Frey (1881–1898), Sohn Richard Schumacher (1898–1928), Hans Ebner (1928–1974), Georg Frey (1974–2000), Isidor Lombriser (2000–2022) und Reiner Schneider-Waterberg (ab 2023).

Neben intensiven Proben und zahlreichen Auftritten an Gottesdiensten gönnten sich die Chormitglieder im Gesangsjahr auch lockere Momente des Zusammenseins. So zum Beispiel anlässlich eines Herbstbummels am 28. September 1930. «Über Wahlen ging es dem versteckt gelegenen Grindel zu, wo wir unserem früheren Vikar, Herrn Pfarrer Studer, eine Visite machten. Ein Ständchen lockte ihn aus seinem schönen Pfarrgarten hervor, und bald befanden wir uns in demselben, wo uns seine dienstbaren Geister einen feinen Tropfen kredenzten, was die schon hervorgerufene Fröhlichkeit noch erhöhte.»

Von den früheren strengen Regeln

Die Statuten aus dem Jahre 1936 widerspiegeln ein grosses Mass an Strenge, aus heutiger Sicht nicht mehr vorstellbar. Unter anderem ist zu lesen: «Ausgeschlossen kann werden ein Mitglied, das 1. durch seinen Lebenswandel dem Ansehen des Vereins schadet; 2. seinen religiösen Pflichten nicht nachkommt; 3. durch unentschuldigten ungenügenden Besuch der Proben und Anlässe sich dem Verein entfremdet.» Texte mit profanem Charakter mussten vor einer Aufführung dem Pfarrer vorgelegt werden.

Anspruchsvolle Kirchenmusik

46 Jahre lang, beinahe ein Drittel der bis heute gezählten Chorjahre, stand der Basler Musiker Hans Ebner am Dirigentenpult. Der aktive Komponist wählte nicht selten anspruchsvolle Kirchenmusik und der Chor sang an zwölf Radioaufführungen. Sein Nachfolger Georg Frey, Musiklehrer am Gymnasium Münchenstein, feierte das Jubiläum zum 100. Geburtstag des Chors mit Werken von Haydn und Beethoven und Orchesterbegleitung. Isidor Lombrisers Dirigentenzeit war ebenfalls gekrönt von Erfolgen. Ein Höhepunkt stellte die Feier «725 Jahre Stadt Laufen» dar, wo mit selbstverfassten Texten und passender Musik die reiche Geschichte Laufens nähergebracht wurde.

Seit drei Jahren steht der 34 Mitglieder zählende Herz-Jesu-Chor unter der Leitung von Reiner Schneider-Waterberg. Am kommenden Sonntag anlässlich des Festgottesdienstes, der in der Herz-Jesu-Kirche um 9.45 Uhr beginnt und mit einem Apéro endet, singt der Chor aus dem Repertoire der letzten Jahre mit Instrumentalisten und Solisten. Diesen Herbst wird auch eine Chronik erscheinen.

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