«Laufen braucht eine starke Frau im Stadtrat»: GLP macht Ansprüche geltend
Christian Hamann tritt aus der Exekutive zurück. Der Ansturm auf den freien Sitz hält sich bisher aber in Grenzen.
Laufen
Der Laufner Stadtrat Christian Hamann tritt Ende Oktober 2026 aus privaten Gründen nach vier Jahren im Amt vorzeitig zurück. Dies gab die Stadt Mitte Juni bekannt. Somit wird ab November ein Sitz in der siebenköpfigen Exekutive frei. Derzeit läuft das Rennen um die Ersatzwahl. Von einem Ansturm auf die Vakanz kann jedoch keine Rede sein.
Bisher bestätigen einzig die Grünliberalen eine Kandidatur. «Fathia Rahmani-Sinani bringt gute berufliche Voraussetzungen mit und ist in Laufen gut verwurzelt», erklärt Landrätin Margareta Bringold, Sektionsverantwortliche der GLP Laufental. Rahmani-Sinani wuchs im Birsstädtchen auf, arbeitete lange in der Administration des Altersheims und später als Sozialarbeiterin für den Sozialdienst Laufental. «Sie bringt den Mut mit, mitten in der finanziell angespannten Situation der Stadt Laufen Verantwortung zu übernehmen.»
Seit zwei Jahren ein reines Männergremium
«Denn Laufen braucht eine starke Frau im Stadtrat», meint Bringold. Seit zwei Jahren ist das Gremium bloss von Männern besetzt. «Aktuell klären wir ab, ob Rahmani-Sinani auch von weiteren Parteien unterstützt wird.» Denn sie werde als Parteilose kandidieren, da die Parteizugehörigkeit im Stadtrat zweitrangig sei. «Sie trägt aber die zentralen Werte der GLP mit.» Die Grünliberalen würden deshalb die Liste organisieren und Stimmen für den Wahlvorschlag sammeln
Aus der Mitte wird sich vermutlich niemand aufstellen. «Es freut mich aber, wenn eine engagierte Frau kandidiert», meint Ex-Stadtpräsidentin Brigitte Bos (Mitte). Zu einer Unterstützung Rahmani-Sinanis kann sie sich noch nicht äussern. Der ehemalige Stadtrat Thomas Locher (FDP) weist darauf hin, dass es sich neu um eine Personenwahl handle und die FDP deshalb auch niemanden stelle. Die Frage, ob und wen die Partei unterstützen werde, könne er deshalb nicht beantworten.
«Die SVP unterstützt eine Kandidatur mit bürgerlichem Profil», schickt der Zwingner Gemeindepräsident Ermando Imondi für die SVP Laufental voraus. Was das für eine Unterstützung der GLP bedeutet, ist noch offen.
Auch gemäss dem Baselbieter Grünen-Präsident Michael Durrer sei keine Kandidatur für den Laufner Stadtrat geplant. Der Fokus liege auf den Landratswahlen im kommenden Jahr. Gleich tönt es bei der SP, wie Landrat Rolf Stöcklin von der SP-Sektion Laufen bekannt gibt. «Wir konzentrieren uns auf den Landrat.» Eine Unterstützung sei personenabhängig und müsse erst von der Parteiversammlung bestimmt werden. «Eine Frau wäre erstrebenswert.»
Ersatzwahl steht allen offen
Mit den Stadtratswahlen 2024 wechselte Laufen vom Proporz- zum Majorzwahlverfahren. Hamann kandidierte einst für die FDP. Mit seinem Rücktritt wird also ein Sitz frei, der lange den Freisinnigen gehörte. «Mit dem Majorzsystem rückt aber nicht mehr jemand von der Partei nach», erklärt Stadtverwalterin Alexandra Buser. «Die Ersatzwahl steht von Anfang an für alle wählbaren Einwohnenden offen.» Natürlich stehe es den Parteien frei, sich zu organisieren. Gehe bis am 27. Juli nur eine Kandidatur ein, käme es zur stillen Wahl. Bei mehr als einer Kandidatur findet eine Wahl an der Urne am 27. September 2026 statt. «Im ersten Wahlgang zählt das absolute Mehr.»


