Landschaft mal dreiunddreissig

Franco Müller steht quer in der Landschaft. Quer deshalb, weil sich seine 33 Landschaftsbilder allesamt von den landesüblichen ihrer Art unterscheiden. Deutlich.

Vor seinem jüngsten Werk: Der Solothurner Franco Müller in der Galerie Kulturforum Laufen. Foto: Martin Staub
Vor seinem jüngsten Werk: Der Solothurner Franco Müller in der Galerie Kulturforum Laufen. Foto: Martin Staub

Aber es sind «reale» Landschaften, die nicht nur durch Natur, sondern in besonderem Masse durch Architektur geprägt sind. «Ich sehe beispielsweise diesen Horizont hier an einem bestimmten Ort genau so, wenn ich im Auto von Solothurn nach Laufen fahre, erklärt er – auf eines seiner Exponate zeigend. An der Vernissage vom letzten Freitag im Kulturforum Alts Schlachthuus konnten sich die Besucherinnen und Besucher von diesseits und jenseits des Passwangs kaum satt-sehen an Franco Müllers Kopflandschaften.

Von weitem wirken Müllers menschenleere Ortewie Fotografien.Je mehr man sich aber den Acrylgemälden nähert, umso mehr kippt das Empfinden in Faszination. Denn Müllers Landschaften erhalten beim Zoomen Struktur. «Es geht mir um die Verbindungen zwischen Farbauftrag und den visuellen Ereignissen, denen sie gewidmet sind», erklärt der Solothurner. So braucht Franco Müller beim Malen die verschiedensten Werkzeuge. «Am wenigsten einen gewöhnlichen Pinsel», sagt er lachend. Umso mehr Schwämme, Lappen, harte Gegenstände und anderes, welches dazu geeignet ist, Gräsern, Steinen, Wasser oder Mauern nicht nur Farbe, sondern auch die passende Struktur zu geben. Deshalb ist der oder die Betrachtende fast geneigt, einzelne Bereiche eines Bildes statt nur optisch auch haptisch zu erfahren. Berühren ist selbstverständlich, wie in Kunstausstellungen üblich, auch hier nicht erlaubt. Umso mehr darf die Malkunst von Franco Müller – seit 1986 künstlerisch tätig und bereits mit mehreren Kunstpreisen ausgezeichnet – mit den Augen aufgesogen werden.À discrétion. Es lohnt sich.

Real sind alle diese Landschaften in kleinen bis übergrossen Formaten selbstverständlich nur in der Vorstellung des Künstlers. «Ich stehe in der Landschaft, bewege mich nur leicht darin und nehme den Eindruck, den ich aufs Bild bringen möchte, mit ins Atelier, wo das Werk aus meinen Vorstellungen entsteht», sagt Franco Müller, als Künstler Autodidakt, von Beruf Heilpädagoge.

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