Landrat gewichtet Inertstoff- und Aushubmaterial höher als Quellen

Das Komitee «Depo NIE im Quellgebiet» fühlt sich vor den Kopf gestossen. Der Landrat hat die Gebiete Stutz und Sunnerai als Deponiestandorte ungeachtet eines Kompromiss-Angebots in den Kantonalen Richtplan aufgenommen. Nun ergreift das Komitee das Referendum.

Peter Hueber, Präsident der Burgerkorporation Zwingen: «Wir wehren uns weiterhin, jetzt mit dem Referendum.» Foto: Roland Bürki
Peter Hueber, Präsident der Burgerkorporation Zwingen: «Wir wehren uns weiterhin, jetzt mit dem Referendum.» Foto: Roland Bürki

Der Landratsentscheid für die Deponien Stutz und Sunnerai und gegen die beiden Quellen war zu erwarten, dennoch fühlen wir uns nach unserem barsch zurückgewiesenen Kompromiss-Angebot «Schäftlete» vor den Kopf gestossen, ja wir sind empört», gibt Peter Hueber vom Komitee «Depo NIE im Quellgebiet», die Stimmungslage in Zwingen und Blauen wieder. Eine breitere Palette an kleineren Deponien in der ganzen Region hätte eine Monsterdeponie Blauen-Zwingen mit einer Auffüllungsdauer von bis zu 80 Jahren und entsprechendem LKW-Verkehr verhindert und vor allem die Quellen gerettet. Tatsächlich wühlt der offensichtlich fehlende Respekt vor der Natur im Allgemeinen und dem Trinkwasser im Besonderen die Bevölkerung auf.

Die über 80 gesprayten Banner mit einem Herz für die Quellen seien eine spontane Selbsthilfe-Reaktion der Bürgerinnen und Bürger auf die einseitige Planungs- und Technologiegläubigkeit der Landratsmehrheit, so Hueber. Wie er gegenüber dem Wochenblatt bestätigt, ergreifen die Burgerkorporation Zwingen und das Komitee «Depo Nie im Quellgebiet» nun das Referendum gegen den Landratsentscheid zum Kantonalen Richtplan Deponien vom 14. April 2016. Laut Komitee sollen die beiden qualitativ guten und ergiebigen Quellen in Anbetracht des mit der Erderwärmung wachsenden globalen Wassermangels nicht dem Geld zuliebe geopfert werden, sondern ganz klar den folgenden Generationen erhalten bleiben. Weiter sei das Quellwasser von der Qualität her besser als das Grundwasser, das in Ausnahmefällen wie bei Hochwasser oder Ölhavarien nicht genutzt werden kann. «Wir wollen uns später nicht dem Vorwurf aussetzen, uns aus kleinlichem Profitdenken nicht für die Quellen gewehrt zu haben», erklärt der Präsident der Burgerkorporation. Deshalb prüfe das Komitee auch die Einleitung rechtlicher Schritte zur Abklärung, ob das Evaluationsverfahren, insbesondere aber die Punktebewertung der elf ausgewählten Standorte, sowie die Zonenbeurteilung von Stutz und Sunnerai fachlich korrekt abgewickelt worden seien. «Schliesslich ist das Juragebiet am Blauen mit seiner besonderen Flora und Fauna, eine Art Juraschutzzone, auch ein wichtiger Wert für Freizeit und Erholung», fügt Hueber zum Thema Zonenbeurteilung bei.

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