Kopfschütteln über Ostergeschenk aus Liestal

Die Bau- und Planungskommission des Landrats hat dem Laufental ein Ei ins Osternest gelegt, das 611 Unterzeichner einer Petition vor den Kopf stösst: Sie gewichtet eine Inertstoffdeponie ihres Volumens wegen höher als zwei Trinkwasserquellen mit täglich 850 Kubikmetern frischen Quellwassers.

Klare Ablehnung: Schon im Dezember anlässlich des Weihnachtsbaumverkaufs. Foto: Roland Bürki
Klare Ablehnung: Schon im Dezember anlässlich des Weihnachtsbaumverkaufs. Foto: Roland Bürki

Das Amtshaus steht leer, die Bezirksschreiberei hat dicht gemacht, ebenso das Kreisforstamt, die Filialen der Steuerverwaltung sowie das Bauinspektorat. Auch der Polizeistützpunkt Laufen ist nachts verwaist. «Für Deponien sind wir dann gut genug», machte sich am Weihnachtsbaumverkauf der Burgerkorporation Zwingen zunehmend und lautstark Unmut über «Liestal» breit, als die Burger mit ihrem Slogan «Quellen retten – DepoNie» zum Widerstand gegen die vom Kanton geplante Deponie «Stutz» in Blauen aufriefen und Unterschriften für eine Petition sammelten. 611 Unterzeichnerinnen und Unterzeichner erwarteten vom Landrat eigentlich nichts anderes, als dass er bei der Behandlung der Petition natürlich dem Weiterbestand zweier Quellen mit einem Ausstoss von täglich 850 Kubikmetern frischen Trinkwassers den Vorzug vor einer Inertstoffdeponie gebe und auf die Festlegung der beiden Deponiestandorte «Stutz» und «Sunnerai» im kantonalen Richtplan verzichte. Doch die Hoffnungen erfüllten sich nicht. Die mit der Detailabklärung betraute Bau- und Planungskommission des Landrates, notabene ohne eine einzige Vertretung aus dem Bezirk Laufen, kam nach Anhörung der Exponenten der Petition und der Vertreter des Amts für Umweltschutz und Energie (AUE) und des Amtes für Raumplanung (ARP) kurz vor Ostern mehrheitlich zum Schluss, aufgrund des erwarteten Deponievolumens von ca. 33 Millionen Kubikmetern in den Gebieten «Stutz» (Blauen) und «Sunnerai» (Zwingen) am Einbezug der beiden Standorte im kantonalen Richtplan festzuhalten. Die Aufgabe der Trinkwasserquellen sei zwar zu bedauern, der Kanton stehe aber in der Pflicht, im Kanton anfallende Mengen Aushub und Inertstoffe sicher und umweltgerecht in Deponien abzulagern, so die Kommissionsmehrheit. «Wir sind sehr enttäuscht über diese Art Güterabwägung, wo Bauschutt höher als Trinkwasser gewichtet wird, aber auch über die offensichtliche St. Florianspolitik», erklärte Peter Hueber, Präsident der Burgerkorporation Zwingen, dem Wochenblatt. Falls der Landrat die Optik der Kommission übernehme und die beiden Deponien im Richtplan integriere, bleibe immer noch der Weg über ein Referendum und die Hoffnung auf ein besseres Naturverständnis der Baselbieter Bevölkerung.

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