Klein, aber oho

Andere Parteien taktieren und taktieren. Nicht so der Laufner Matthias Imhof. Er hat sich schon längst aufgemacht, um für das Laufental und die BDP in den Regierungsrat einzuziehen. Dass Imhof Unternehmer ist, merkt man seinen politischen Zielen an.

Schon längst im Wahlkampf: Matthias Imhof will der erste Laufentaler Regierungsrat werden.  Foto: Gini Minonzio
Schon längst im Wahlkampf: Matthias Imhof will der erste Laufentaler Regierungsrat werden. Foto: Gini Minonzio

Der Laufner Matthias Imhof ist politisch noch unbekannt. Noch. Denn das soll sich ändern. Imhof will Regierungsrat werden. Auch wenn seine Partei, die BDP, recht klein ist, ist Imhof zuversichtlich. Dieses Handicap will er mit Engagement und Schnelligkeit wettmachen.

Herr Imhof, Sie kandidieren nächstes Jahr für den Landrat und gleichzeitig für den Regierungsrat. Wollen Sie damit die Werbetrommel rühren?
Matthias Imhof: Das Ziel ist klar der Regierungsrat. Da die BDP nicht so viele Leute hat wie grössere Parteien, kandidiere ich auch für den Landrat. Aber nochmals: Ziel ist der Regierungsrat. Nach 20 Jahren hat das Laufental ein Anrecht darauf, im Regierungsrat vertreten zu sein. Wir sind daran, mit anderen Parteien ein Wahlbündnis aufzubauen. Deshalb rechne ich mir im Augenblick eine Wahlchance von 20 Prozent aus. Tendenz nach oben.


Wieso wollen Sie plötzlich in die Politik einsteigen?
Ich hatte immer Freude am Politisieren, doch war ich beruflich stark in meinen Firmen eingespannt. Nun arbeiten meine Frau und unsere Kinder in der Firma mit. Zudem bin ich immer mehr in der BDP eingebunden und nun folgt dieser Schritt für ein Amt.

Die BDP ist klein und hat nur vier Landräte.
Aber klein heisst nicht doof! Es gibt kleinere Parteien wie beispielsweise die GLP, die hat nur 3 Landräte. Wir sind intern sehr breit abgestützt und bei uns darf man über alles diskutieren. Wir machen nicht ausschliesslich Parteipolitik, sondern lösungsorientierte und vorwärtsgerichtete Sachpolitik.

Sie sagen, dass Sie Gutes bewahren wollen. Machen Sie bitte ein Beispiel für das Laufental.
Die schöne Umgebung, das Stedtli, das Spital, die KMUs.

Wie soll es denn mit dem Spital weitergehen?Wir wollen das Spital erhalten, ohne Heimatschutz zu betreiben. Dass die Geburtsabteilung geschlossen wird, ist sehr schlecht für die Frauen. Das Problem ist aber zum grossen Teil selber verschuldet. Zu viele Frauen haben ihr Kind auswärts zur Welt gebracht. Für mich ist die Schliessung der Frauenklinik jedoch noch nicht von Tisch. Ich bin überzeugt, dass ein Bettenplatz in Laufen günstiger ist als im Kantonsspital Bruderholz. Es geht aber nicht nur um die Frauenklinik, sondern um das ganze Spital. Das Spital braucht noch ein Zugpferd wie etwa in Dornach und dann geht es wieder vorwärts. Die neue Schmerzklinik ist ein guter Anfang. Im Gesundheitswesen müssen wir regional zusammenarbeiten. Ich kann mir sehr gut Springer vorstellen, die tageweise zwischen den Spitälern rotieren. Doch ein Spital muss kostendeckend arbeiten.

Sie wollen auch teure Luxussanierungen der Strassen reduzieren. An was denken Sie?
Strassen und eine gute Infrastruktur sind sehr wichtig! Aber es braucht keine Luxusstrassen. Von der Garage Müller bis zum Zwingner Kreisel wurde das Niveau abgesenkt, was teure Anpassungen der Einfahrten erforderte. Zudem hat man einen Zickzackkurs gefahren. Damit hat der Bau viel zu lange gedauert und er war auch zu teuer. Das hat dem anliegenden Gewerbe Umsatzeinbussen gebracht.

Sie sind überzeugter Fusionsgegner. Wieso?
Wir Laufentaler haben schon eine Fusion mit Baselland erlebt. Die entstandenen Risse durch die Familien sind teilweise noch nicht verheilt. Auch wurde der Service abgebaut. Ein kleines Beispiel: Seit die Amtsschreiberei in Laufen aufgelöst wurde, dauert das Eintragen eines Grundstückes vier bis fünf Monate statt wie vorher vier bis fünf Wochen. Auch hat der Kanton Basel-Stadt dreimal mehr Schulden pro Kopf als der Kanton Basel-Landschaft. Zudem sind wir jetzt schon eine Randregion. Mit einer Fusion würde das noch schlimmer. Dann wäre das Laufental nur noch als Steuerzahler und als Landreserve gut. Auch würde eine Fusion viel zu viel Kapital und Kräfte binden. Ich bin gegen eine Fusion und für regionale Kooperation. Wenn man keine verbesserte Zusammenarbeit schafft, so wird es mit einer Fusion auch nicht besser.

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