Kinder verändern sich und damit auch das Stedtli

Mit einem modernen Riesenkonzert zeigten die Kinder der Primarschule Laufen, was dank Zuhören alles möglich wird.

Musik erleben: Einmal in Fahrt, gab es kein Halten mehr.
Musik erleben: Einmal in Fahrt, gab es kein Halten mehr.

Nach einer Stunde hatten sich Klang und Publikum verflüchtigt. An die 380 Kinder, welche Laufen mit ihrem Konzert in Beschlag genommen hatten, gab es im Stedtli keine Erinnerungen mehr. Diese wurden von den Kindern und dem Publikum fortgetragen.

Die Kinder der Primarschule Laufen hatten für die «Biennale für Neue Musik und Architektur» einen eindrücklichen Auftakt einstudiert. Das erste Konzert führten sie letzte Woche am Mittwoch in Laufen auf und das zweite am nächsten Tag in der Freien Strasse in Basel. Dafür hatten die Kinder zuerst ihre Instrumente hergestellt, die aus Baumaterialen bestanden. Sodann übten sie an vier Projekttagen das Stück ein, welches die Musikerin Sylwia Zytynska extra für sie komponierte. Zytynska ist in Laufen keine Unbekannte, hat sie doch vor 30 Jahren die Schlagzeugklasse an der Laufner Musikschule gegründet.

Zuhören muss geübt werden

Promotorin des Projektes war die Schulleiterin der Primarschule Laufen, Susanna Wild. Über das musikalische Experimentieren hinaus fördere dieses Projekt das Gemeinschaftsgefühl der Schule, so Wild. Das Thema sei «Zuhören», erklärte sie. Zuhören sei an einer Schule sehr wichtig. «Die Kinder konnten nun erleben, was alles möglich ist, wenn alle gut zuhören», so Wild.

Es war sehr eindrücklich zu sehen, wie die Kinder im Verlaufe des Konzerts zu einer Einheit zusammenwuchsen. Zu Beginn konnte man noch einzelne Kinder sehen, die den Wolken nachträumten, doch als das Konzert so richtig in Fahrt kam, waren alle, alle Kinder ganz präsent und auf die Dirigierenden fixiert. Die Kinder machten mit dem Zuhören einen ausgezeichneten Job. Was man vom Publikum nicht sagen kann. Das müsste das Zuhören noch etwas üben. Oder zumindest das Schweigen. Vor allem als die Allerkleinsten ganz leise mit ihrem Gesang einzogen, klappte das Zuhören bei Eltern, Göttis und Grosseltern noch nicht so gut.

Rund 200 Personen waren für das Konzert ins Stedtli gekommen. Am Ende zogen zuerst die Kinder in alle Richtungen davon und dann das Publikum. Wie sich der Rathausplatz wieder leerte – von Menschen und ihrem Klang, war ein eindrückliches Erlebnis.

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