Kein Weg zu weit für Rhonda
Rhonda Vincent & The Rage besuchten auf ihrer Europatournee die Niederlande, Norwegen, Deutschland, Tschechien und Laufen. Zwei Konzerte mit völlig unterschiedlichem Programm.
Wir waren bereits gestern da. Es war der Hammer», erklärte ein Fan der Amerikanerin aus dem hinteren Leimental vor Beginn des zweiten Auftrittes von Rhonda Vincent & the Rage am Samstag im Foyer des Alts Schlachthuus.
Trotz Hitze – es wurde nicht nur mit Fächern, sondern auch mit Flyern und Petflaschen dauergefächelt – legten die fünf Musiker und ihre bekannte Sängerin ein dreistündiges Programm auf die Schlachthausbretter, welches die hohen Erwartungen übertraf. Bluegrass vom Feinsten in einer kaum zu überbietenden Perfektion. Auffallend: Kein einziges Instrument war verkabelt, deren Klang wurde, wie die Stimmen, einzig über Mikrofone übertragen. Resultat: Ein absolut homogener Sound, den die Instrumentalisten je nach notwendiger Präsenz noch besser dynamisch kontrollieren konnten, als dies mit elektronischen Tonabnehmern möglich wäre.
Und Solisten waren sie alle. Auch die Hauptakteurin Rhonda Vincent verblüffte mitunter auf ihrer Mandoline mit atemberaubenden Passagen, zwischen den dominierenden, kristallklar gesungenen Texten. Abwechselnd waren sie aber alle an der Reihe, das Menschenmöglichste aus ihren Instrumenten herauszukitzeln. Ob Banjo, Gitarre, Dobro, Violine oder Bassgeige, die einzelnen Solopassagen wechselten sich fliessend ab und trugen zum unverwechselbaren, nie langweilig werdenden Bluegrass-Sound. Nicht umsonst wird Rhonda Vincent schlicht und einfach «Queen of Bluegrass» genannt. «Wenn Rhonda ihren Mund aufmacht, wirds grossartig, egal ob sie Country oder Bluegrass singt», soll keine Geringere als Dolly Parton über sie gesagt haben.
Laufen und Umgebung genoss diese beiden Abende. Zweimal konnte Organisator Martin Meier «Full House» verbuchen. Die Fans reisten aus der ganzen Schweiz, aus Italien, Deutschland, Frankreich, Spanien an. «Wir geniessen unseren Schweiz-Aufenthalt und noch mehr diesen fantastischen Abend hier in Laufen», schwärmte das spanische Pärchen, das sich über die hier herrschenden Temperaturen wunderte: «Laufen is hotter than Spain», sagte der junge Mann lachend und meinte nicht nur die hier präsentierte Musik.
Vier Jahre ist es her, dass Rhonda Vincent in Laufen – auch damals für zwei Konzerte – auftrat. Und es war Rhonda selbst, die an Martin Meier den Wunsch richtete, hier wieder auftreten zu dürfen. So sind die einzigen zwei Schweizer Konzerte dieses Jahres von Rhonda Vincent & the Rage in Laufen wieder Geschichte. Hoffentlich aber bis bald.
Martin Meier bleibt aktiv und kündigte bereits die nächsten Höhepunkte an: Courtney Patton & Jason Eady (USA) am 4. September und Madison Violet (CAN) am 8. Oktober 2015.










