Jahrhundertprojekt vollendet

Am letzten Samstag wurde die 1991 begonnene Feldregulierung in Roggenburg feierlich abgeschlossen. Mit hohem Besuch und einem kleinen Missgeschick.

Alles in Butter: (v.l.) Peter Hufschmid Remo Breu, Daniel Linder und Peter Jäckle enthüllen die provisorische Gedenktafel. Foto: Martin Staub
Alles in Butter: (v.l.) Peter Hufschmid Remo Breu, Daniel Linder und Peter Jäckle enthüllen die provisorische Gedenktafel. Foto: Martin Staub

25 Jahre dauerte das ganze Projekt. «Wenn man bedenkt, was in dieser Zeit alles vermessen, bereinigt, erschlossen und gebaut wurde, können die Roggenburger mit dieser Abwicklung zufrieden und auf das Resultat stolz sein», erklärte Petra Hellemann vom Bundesamt für Landwirtschaft vor den zahlreichen Geladenen, welche an diesem Nachmittag auf ihr Jahrhundertprojekt anstiessen.

Was 1991 unter Hans-Ueli Aeberhard, dem damaligen Präsidenten der Vollzugskommission, begann, 1994 mit dem Wechsel vom Kanton Bern in den Kanton Baselland praktisch mit einem Neubeginn weitergeführt und ab dem Jahr 2000 unter dem neuen Präsidium von Daniel Linder bis zum heutigen Zeitpunkt zur Vollendung gebracht wurde, kann sich sehen lassen. Das ursprüngliche Ziel, die landwirtschaftlichen Produktionsbedingungen zu verbessern, wurden nicht nur erreicht, sondern übertroffen.

Auf insgesamt 529 Hektaren, 10 davon auf Kleinlützler Boden, entstanden von ursprünglich 970 noch 360 neue Parzellen. «Hatte ein Grundeigentümer vorher sieben Parzellen, sind es nun noch durchschnittlich deren zwei», wie Peter Jäckle, Technischer Leiter des Projektes, bilanzierte. «Ein erfreuliches Resultat», so Jäckle. Im Zuge der Roggenburger Feldregulierung, «die sich im Laufe der Jahre zur Gesamtmelioration mauserte», wie Peter Hufschmid als inzwischen dritter begleitender Gemeindepräsident nicht ohne Stolz mitteilte, «wurde die landwirtschaftliche Infrastruktur enorm verbessert.»

Mit dem Projekt wurden rund 16 Kilometer Wege total saniert, über 4 Kilometer neue Wasserleitungen verlegt, Bäche revitalisiert sowie Höfe mit Elektrizität und Wasser erschlossen. Und was Daniel Linder, Präsident der Vollzugskommission, besonders freute: Alle Einsprachen konnten gütlich geregelt werden, «ohne gerichtliche und regierungsrätliche Einsätze», wie auch Remo Breu, bis 2014 Projekt-Hauptverantwortlicher vom Meliorationsamt am Landwirtschaftlichen Zentrum Ebenrain, bestätigte. Von den rund 8 Mio. Franken Kosten trugen Bund und Kantone den Hauptteil. Eine knappe Million hatte die Gemeinde Roggenburg zu tragen.

Prominentes Gewicht verliehen dem Anlass übrigens die Besuche und Ansprachen der beiden Regierungsräte Thomas Weber, Basel-Landschaft, und Jacques Gerber aus dem Kanton Jura, welcher durch diverse Grenzregulierungen und Leitungsverlegungen ebenfalls in das Projekt involviert war. Zum Schmunzeln regte dann die Enthüllung der Gedenktafel an, welche aus unerfindlichen Gründen beim beauftragten Steinhauer verlorenging und in Kürze nachgeliefert wird. Als Ersatz genügte den Anwesenden aber eine provisorische Steintafel, die für die Pressefotografen ihren Zweck durchaus erfüllte.

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