Intensiver Indierock

Die deutsche Band Blackmail konnte das regionale Rockpublikum mit ihrem Konzert in der Biomill überzeugen.

Abschalten:  Der Auftritt von Blackmail liess die Konzertgänger für anderthalb Stunden ihre Alltagsprobleme vergessen.   Foto: Dimitri Hofer
Abschalten: Der Auftritt von Blackmail liess die Konzertgänger für anderthalb Stunden ihre Alltagsprobleme vergessen. Foto: Dimitri Hofer

Wessen Herz im Laufental für laute Stromgitarren schlägt, der kommt an der Biomill nicht vorbei. Das Konzertlokal ist der Treffpunkt für die Anhänger von Rockmusik in der Region. Seit beinahe neun Jahren beehren Gruppen aus dem In- und Ausland das markante Bijou an der Birs mit einem Besuch. So auch am letzten Samstagabend, als zwei grundverschiedene Indiebands Halt im schneebedeckten Laufen machten.

Als The Drops um kurz nach zehn Uhr loslegten, lauschten nur wenige dem Sound der jungen Basler. In den kommenden Minuten vergrösserte sich die Menschentraube vor der Bühne aber stetig. Immer mehr Leute verliessen den Raucherraum, um die Lieder des Quartetts zu begutachten. Die Band spielte in gekonnter Weise hochmelodischen Gitarrenrock englischer Prägung. Mit ihren Stücken gelang es den vier Musikern, auch in der Biomill einige neue Fans zu gewinnen.

Dennoch fiel der Applaus für die Gruppe um einiges verhaltener aus als der für Blackmail. Der Grossteil der Besucher war nämlich wegen den Deutschen in die ehemalige Futterfabrik gekommen. Die Rockband landet mit ihren Alben im Heimatland in regelmässigem Abstand in den Charts und besitzt dank ausgedehnten Tourneen eine treue Anhängerschar. Nach einem umjubelten Auftritt vor anderthalb Jahren kehrte die Band am Samstag zurück. Und auch heuer liessen sich die Zuhörer von den hypnotisch-düsteren Stücken mitreissen. Die typische Kombination aus glasklarem Gesang, schweren Gitarren und präziser Rhythmusarbeit wusste zu begeistern.

Bei den veritablen Indiehits «Same Sane» und «It Could Be Yours» nickten zahlreiche Köpfe im Takt mit. Einige Wagemutige liessen sich zudem nicht davon abhalten, gemeinsam intensiv Pogo zu tanzen. Vor allem hier kam der Zusammenhalt und die grosse Solidarität der Konzertbesucher zum Vorschein. Fiel einer zu Boden, wurde ihm sogleich wieder zurück auf die Beine geholfen. Ebenso erhielt Kurt Ebelhäuser bereitwillig die eine oder andere Zigarette aus dem Publikum. Der Gitarrist von Blackmail wird in rund einem Monat mit seiner zweiten Band Scumbucket erneut die Zelte in Laufen aufschlagen. Der auch als Musikproduzent tätige Koblenzer lobte den riesigen Idealismus und die offene Art der Biomillbetreiber. Das sei im Business keine Selbstverständlichkeit, gab er zu bedenken. Während der Show von Ebelhäusers Band fiel erneut die Altersdurchmischung der Zuhörerschaft auf. Selbst ernannte «Alte Hasen» wie Patrick Schibler, der fast schon zum Inventar des Clubs gehört, sind ebenso anzutreffen wie Youngster, die hier ihre ersten Konzerte besuchen. In der Biomill sind sie vereint in ihrer Leidenschaft für die Rockmusik.

Weitere Artikel zu «Laufental», die sie interessieren könnten

Patrick Staub: «Die Weiden sind abgegrast, die Tiere müssen bereits aus dem Wintervorrat gefüttert werden.» Fotos: Bea Asper
Laufental15.07.2026

Zitterpartie in der Landwirtschaft

Der Mais prägt das Bild im Laufental und ist in der Landwirtschaft wichtiger Energielieferant. Sollte der Mais die Trockenheit nicht überleben, könnte dies…
In den Fussstapfen des Urgrossvaters: Iris Amacher setzt als Vergolderin eine Familientradition fort. Fotos: ROMANA VON TANA
Laufental15.07.2026

Der goldene Rahmen von Laufen

Mit der wachsenden Bekanntheit der Detektei häufen sich sachdienliche Hinweise aus der Bevölkerung. Eine davon führt Jonas Lenz in ein Laufner Rahmenatelier.…
Kümmert sich um den Planetenweg: Bruno Stähli beim Planeten Erde mit Mond. Fotos: Martin Staub
Laufental15.07.2026

Beliebter Planetenweg wird aufgefrischt

Der Planetenweg in Laufen erfreut sich grosser Beliebtheit. Dies beweisen die zahlreichen rund 200-seitigen Gästebücher, welche alle voll sind von Lob und…