Innere Bilder nach aussen stülpen

Thomas Schmid liebt Rot. Das fällt schon im Treppenhaus zur Galerie im Alte Schlachthuus auf, bevor die Besuchenden nur schon den eigentlichen Ausstellungsraum betreten haben.

In seiner Skulpturen- und Farbenwelt: Thomas Schmid im Kulturzentrum Alts Schlachthuus. Foto: Martin Staub
In seiner Skulpturen- und Farbenwelt: Thomas Schmid im Kulturzentrum Alts Schlachthuus. Foto: Martin Staub

Der in Oberwil wohnhafte Künstler liebt seine Werke, wird beim kreativen Arbeiten glücklich und lässt sich immer wieder selbst überraschen, was genau beim Malen entsteht. «Ich weiss tatsächlich nie, wie das Endprodukt daherkommt», sagt er, gibt aber zu, dass er einer Vorstellung folgt. «Zumindest zu Beginn einer Arbeit», fügt er lachend an. Zu seiner Malleidenschaft meint er: «Ich stülpe innere Bilder nach aussen.» Der stimmigen Vernissage am letzten Freitag setzte Sohn Bastian mit seinen feinfühligen Pianotönen das künstlerische Sahnehäubchen auf.

Leuchtende Farben, klar definiert

Thomas Schmid ist Sekundarschullehrer, Zeichnungslehrer und seit einigen Jahren Schulleiter. Bis vor anderthalb Jahren übrigens in Laufen — heute in Binningen. Die Kunst ist ihm wichtig, weshalb er sich auch Zeit dafür nimmt. «Zehn bis fünfzehn Stunden wöchentlich», rechnet er vor. Thomas Schmid zeigt Bilder in verschiedenen Grössen und in Acryl. Wobei Acryl gerade mal für die bunten Farben zuständig ist. Der Rest ist Sand, Lehm, Kalk, Erde und anderes, «was in der Natur so vorkommt», meint der 57-Jährige schmunzelnd. Seine Bilder leuchten, strahlen klar definierte Farbtöne aus, enthalten aber die gesamte Farbpalette, wie Thomas Schmid in seiner kurzen Einführung erklärt. Beim näheren Betrachten — und das sei sehr empfohlen — geht diese Behauptung unbedingt in Ordnung. Mindestens fünfzehn Schichten lägen auf seinen Leinwänden, bis das fertige Werk den letzten Pinselstrich reinzieht. Und diese Dichtheit ist erkennbar und macht das Bild erst zum Kunstwerk.

Dem Bild setzt Thomas Schmid das Skulpturenwerk entgegen. Für den Beobachter ein Kontrast. Zumindest scheint es, dass der Künstler in seinen Bildern eher brachial zur Sache geht, während seine Skulpturen ziemlich präzis und formsicher daherkommen. Hier bediente sich der experimentierfreudige Schaffer modernster Kopiermethoden. Eine handwerklich entstandene Form scannt Thomas Schmid ein, perfektioniert das 3-D-Bild am Computer und lässt das Werk in der gewünschten Form und Farbe auf dem 3D-Drucker aufbauen. Zwei grosse Bronze-Figuren hat der Künstler jedoch mittels Gipsformen und Wachs nach alter Handwerkskunst gegossen.

Die Ausstellung in der Galerie Alts Schlachthuus ist noch bis und mit 3. April, jeweils am Freitag von 17-21 Uhr und am Sonntag von 11-16 Uhr geöffnet.

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