In Erinnerung an einen grossen Schaffer

Eduard Lombriser-Mazzetta (1917–2008) wäre am 21. Oktober 99 Jahre alt. Ein Jahr vor dem 100.wird in Erinnerung an denSekundarlehrer, Dirigenten, Organisten und Komponisten die zweisprachige Homepage eduard-lombriser.ch aufgeschaltet.

Einweihung des Sekundarschulhauses Laufen im Jahr 1964: Gemeindepräsident Hans Hofer (r.) gratuliert Eduard Lombriser zur Komposition und Aufführung des «s’Laufetaler Lied». Fotos: zvg

Einweihung des Sekundarschulhauses Laufen im Jahr 1964: Gemeindepräsident Hans Hofer (r.) gratuliert Eduard Lombriser zur Komposition und Aufführung des «s’Laufetaler Lied». Fotos: zvg

Musikalischer Leiter: Von 1943 bis 1960 dirigierte Eduard Lombriser die Musikgesellschaft Truns.

Musikalischer Leiter: Von 1943 bis 1960 dirigierte Eduard Lombriser die Musikgesellschaft Truns.

Der Sohn Isidor Lombriser, Dirigent zweier Kirchenchöre und ehemaliger Leiter der Musikschule Laufental-Thierstein, hat in Fleissarbeit den Webauftritt mit abwechslungsreichem Inhalt gefüllt.

Eduard Lombriser wuchs in bescheidenen Verhältnissen im Weiler Tiraun bei Truns im Bündner Oberland auf. In Obersaxen und Truns unterrichtete er später als Primar- und Sekundarlehrer, bis sich die Familie entschied, nach Laufen zu wechseln, wo Lombriser von 1960-1983 als Sekundarlehrer und von 1967-1983 als Schulvorsteher wirkte. Schon im Bündner Oberland machte sich Lombriser für kulturelle Belange stark, unter anderem als Dirigent der Musikgesellschaft Truns. Bekannt wurde der fleissige Rätoromane in Graubünden vor allem wegen seinem Engagement als Komponist. Das Gesamtwerk umfasst rund 300 Liedkompositionen und 180 davon können nun unentgeltlich via Homepage heruntergeladen werden. Sohn Isidor hat mit viel Ausdauer den von Hand und später mit der Schreibmaschine verfassten Werken ein modernes und einheitliches Erscheinungsbild gegeben. Somit dürfte das eine oder andere Lied wieder auferstehen und von Chören landauf, landab gesungen werden. Zu den jeweiligen Kompositionen liefert Isidor Lombriser auch wertvolle biografische Angaben über deren Dichter.

Die Homepage beinhaltet ebenfalls eine Rubrik, die sich mit der Biografie und den von Eduard Lombriser verfassten «Lebenserinnerungen» beschäftigt. Mit besonderer Freude kann der Leser die eine oder andere Anekdote geniessen. «Diese Aufzeichnungen sind ein interessantes Dokument aus einer Zeit, die uns heute weniger vertraut ist», ist Isidor Lombriser überzeugt. Eindrücklich ist ebenfalls die Fotogalerie mit den zahlreichen Sujets, die Eduard Lombriser als Schüler und Student, Turner, Läufer, Dirigenten, Organisten, Velofahrer und Lehrer zeigen. Unter «Ehrungen und Preise/Honoraziuns e premis» fallen vor allem die verschiedenen Ehrenmitgliedschaften ins Auge sowie die Verleihung der päpstlichen Verdienstmedaille «Bene merenti» für 50 Jahre Orgeldienst und der Anerkennungspreis des Kantons Graubünden für das kulturelle Schaffen. Grossen Anteil am Erfolg hat seine Ehefrau Anita, die ihren Lebensabend bei guter Gesundheit in Laufen verbringt: Sie hat ihren Ehemann bei seinen vielfältigen Tätigkeiten stark unterstützt.

Wie schon erwähnt, kommt der Homepage-Auftritt zweisprachig daher, nämlich in Deutsch und Rätoromanisch, und wird am 21. Oktober, dem Geburtstag von Eduard Lombriser, öffentlich. Die Dachvereinigung Lia Rumantscha in Chur hat den romanischen Part professionell begleitet.

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