Hommage an Albin Fringeli

Am Dienstagabend wurden der 90. Jahrgang von «Dr Schwarzbueb» und ein neuer Auswahlband von Albin Fringelis Werken vorgestellt. Eingefunden hatten sich Kulturschaffende aus der ganzen Region.

Jubiläumsausgabe: Der Schwarzbubenkalender 2012 ist jetzt im Verkauf. Vorerst bei den Verträgern, ab nächsten Donnerstag an den bekannten Verkaufsstellen.  foto: Martin Staub
Jubiläumsausgabe: Der Schwarzbubenkalender 2012 ist jetzt im Verkauf. Vorerst bei den Verträgern, ab nächsten Donnerstag an den bekannten Verkaufsstellen. foto: Martin Staub

Albin Fringelis Bedeutung für das Schwarzbubenland und die Schweizer Mundartdichtung sind kaum zu überschätzen. Umso wichtiger war die Doppelvernissage im Kulturzentrum Alts Schlachthuus. Lukas Richterich, der neue Präsident der Stiftung Alts Schlachthuus Laufen und der Emil und Rosa Richterich-Beck-Stiftung, welche die Werkauswahl «Dem Bleibenden auf der Spur» massgeblich unterstützt hat, machte den Anfang im Reigen der Laudatoren. Heinz L. Jeker, Präsident des Kantonalen Kuratoriums für Kulturförderung Solothurn, führte durch den Abend und übergab das Wort zuerst an Thomas Kramer von der AZ Anzeiger AG (Herausgeber «Wochenblatt»), «Dr Schwarzbueb». Das Medienhaus AZ Anzeiger AG ist der 3. Verlag, welcher das Jahrbuch für das Schwarzbubenland herausgibt. Kramer dankte dem Verleger Peter Hollenstein, in dessen Fussstapfen er nun steht, allen beteiligten Autoren, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Verträgerinnen und Verträgern des «Schwarzbueb» und insbesondere Ulla Fringeli, die er mit einem Blumenstrauss bedachte.
Gehaltvolles Rahmenprogramm
Schauspieler und Sprecher Fabio Eiselin las Fringelis Text «Flucht aus der Enge», der die ganze Welthaltung des grossen Mundartdichters und Heimatkundlers wie in einem Brennglas vereinigt. Ulla Fringeli umriss die Geschichte des Jahrbuchs, das von Anfang an «ein Jahrbuch für das Volk» sein wollte, und die Entwicklung seines äusseren Erscheinungsbildes. «Dr Schwarzbueb ist ein Stück dokumentierte und lebendige Heimat», erklärte Ulla Fringeli. Nach dem Gedicht «Wenn mer vo der Heimet singe…» schilderte sie das von Heinrich Richterich initiierte Projekt des neuen Buches, das durch das Zusammenwirken von ihr als Herausgeberin und einer literaturwissenschaftlichen Arbeitsgruppe zustande kam. Die Texte von Albin Fringeli mussten – unter Beratung des Germanisten und Mundartforschers Rudolf Suter – digital erst neu erfasst werden. Ulla Fringeli zitierte auch aus dem Nachruf aus der Feder von Kurt Marti, der im Wort «Liebe» das Wesen von Fringelis Dichtung zusammengefasst sieht: «Diese Liebe prägt sich aus in der Sorgfalt und Genauigkeit der Sprachbehandlung, der Menschen- und Landschaftsdarstellung, des Stimmungs- und Gefühlsausdrucks. Es stimmt alles.» Stimmig war denn auch das Rahmenprogramm der subtilen Lesungen durch Fabio Eiselin und durch die von Marion Ammann elegant vorgetragenen Lieder von Paul Baumgartner, der mit Texten von Albin Fringeli einen Liedzyklus schuf, der viel zu wenig bekannt ist. Der Abend war eine würdige Hommage an den «Sänger des Schwarzbubenlands».

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