«Höchi» Festsprünge
Das zahlreiche Publikum begeisterte sich am Dorffest. Variationen an Musik und Beizen, Comedy und Jonglage auf der Strasse, ein Kinderland und dann natürlich die Kamele machten die Wahl zur Qual.Letztere stahlen den Promis gar etwas die Show.

Schon der handliche, gefaltete Festführer, die Showbühne mitten im Dorf mitsamt dem bunten, variantenreichen Programm und die «Inhouse Television» mit den ultimativ neusten News vom Fest bestätigten die Aussage des Gemeindepräsidenten Remo Oser: Das Dorffest nach «Röschenzer Art» ticke etwas anders. Wo sonst würde eine Gemeinde an einem frühen Sonntagmorgen, wo die Welt noch in Ordnung ist, ihre Hauptstrasse mit 640 Kubikmetern Holzschnitzeln auffüllen, um drei Kamelen ein Rennen auf weicher Unterlage zu ermöglichen? Wobei Oser dies nicht als Rennen, sondern als Röschenzer Förderung erneuerbarer Energien verstanden wissen wollte.
Röschenzer sind auf der Höhe
Speziell war auch die Burgerkorporation Röschenz, welche beim Startschuss des Dorffestes dessen Motto «z’Röschenz uf dr Höchi» gleich in die Form einer Plastik aus Holz, Stein und Eisen brachte. «Auf dem höchsten Punkt, dem Forstberg mit 810 Meter Höhe, soll sie künftig zeigen, dass die ‹Mattegumper› oder Rö-schenzer überall auf der Höhe sind», strahlte Burgerpräsident Dietmar Schnell.
Noch mehr strahlte Ur-Röschenzer, langjähriger Dorffestsponsor und Garagist Bernhard Cueni, als ihn OK-Präsident Simon Imhof für seine Verdienste würdigte, zum gleichzeitigen Geburtstag gratulierte und ihn wohlversorgt mit Blumen, einigen Küsschen der OK-Vizepräsidentin Gabi Wenger und dem «Röschenzer Lied» des gemischten Chors auf einen Helikopterflug schickte. Schon der erste Abend mit viel Guggenmusik, Rock und einem ob der initiativen Gemeinde staunenden Nationalrat Eric Nussbaumer füllte die Strassen und die zwölf originellen Vereinsbeizli dermassen, dass sich der Sinnspruch an der Kirche «Mit der Zeit nimmt alles ein Ende» in punkto Verpflegung gegen den frühen Morgen schon bewahrheitete.
Kamele stehlen Schau
Beim VIP-Apéro für Sponsoren und vornehmlich Politprominenz stahlen die drei vor der Showbühne aufmarschierten Kamele den Politikern etwas die Schau. Immerhin liessen die Paarhufer die Nationalrätinnen Maya Graf, Elisabeth Schneider-Schneiter und Daniela Schneeberger sowie Stapi Alex Imhof und Landratspräsident Franz Meyer zur besseren Übersicht über die anstehenden Wahlen geduldig zwischen ihre Höcker klettern. Auf die Frage nach seinem Befinden meinte der Laufner Stadtpräsident trocken: «Wie auf einem Kamel!»
Für noch mehr Furore und Spannung sorgte bei Promis und Normalbürgern der Jongleur und Comedian Kaspar Tribelhorn, der nicht nur sensationell jonglierte, sondern das Publikum mit seinen witzigen, schlagfertigen Wortparaden immer wieder vom Hocker riss. Weitere Highlights waren «MundART Rock» mit Schweizer Hits und Ohrwürmern, das Kinderland oder dann «Dixie Surprise» mit Dixieland-Jazz vom Feinsten. Die drei Läufe im Kamelrennen auf der Holzschnitzelpiste aber waren vom Publikumsaufmarsch her nicht zu toppen: Man wähnte sich hinter den Absperrgittern buchstäblich an einer Ankunft der Tour de Suisse. Ein unglaublicher Event. «Oder nütt?»


