Hockeygirls vor Entscheidung

Mit dem knappen Heimsieg gegen GCK Lions erfüllte das Frauenteam des EHC Laufen die Pflichtaufgabe. Am Samstag entscheidet sich in Chiasso für Laufen, ob erstmals Playoffs oder Playouts.

Exploit: Laura Müller, hier beim Jubel über das soeben erzielte 4:2, erzielte gleich vier Tore.
Exploit: Laura Müller, hier beim Jubel über das soeben erzielte 4:2, erzielte gleich vier Tore.

Die Ausgangslage am Samstag war klar. Gegen die GCK Lions musste ein Sieg her, sonst war die Chance, erstmals die Playoffs zur NLA, der höchsten Frauenliga, ad acta gelegt. Als wolle er seinen Girls zeigen, dass es ein wichtiges Spiel ist, erschien neu-Trainer Christian Ruth in der schwarzen «Schale». Nach dem 0:1 in Unterzahl kamen die Gäste kurz vor Spielmitte zum zweiten Powerplay-Treffer. War es das bereits? Laufens Chancenauswertung war in dieser Spielphase mangelhaft. Dann nutzte aber Topskorerin Heidi Stalder ein Überzahlspiel zum wichtigen Anschlusstreffer. Als löste dies eine Fessel, marschierten die Laufnerinnen nun vorwärts. In der 36. Minute traf Laura Müller zum Ausgleich und keine zwei Minuten später zog sie nach Zuspiel von Stalder unwiderstehlich auf den Gästekeeper los und brachte Laufen in Führung. Im Schlussabschnitt hatten die Gäste mehr vom Spiel, waren auch besser und Laufen kam beinahe nicht mehr aus dem eigenen Drittel. In jener heiklen Phase war wieder einmal auf die starke Torhüterin Sandra Seiler verlass. Nach einem Konter erzielte Müller auf Zuspiel von Ursina Wanner das 4:2 und als keine Minute später erneut Müller das 5:2 gelang, schien alles klar. Aber eben: bei den Frauen sind die Schwankungen gross. In der 56. Minute trafen die Gäste und als eine Minute vor Spielende das 5:4 fiel, knisterte es in der Halle. Beide Trainer nahmen ihre Timeouts. Für das entscheidende Spiel am Samstag in Chiasso ist die Vorgabe klar. «Wir müssen gewinnen, dann sind wir in den Playoffs», so Ruth. Der Berner übernahm vor wenigen Wochen das Team, nachdem Trainer Jörg Burri krankheitsbedingt ausfiel. Dass man Ruth verpflichten konnte, bezeichnet Präsident Walter Winteler als reinen Glücksfall. Der Berner ist berufshalber momentan in Kleinlützel engagiert und war bereit, das Frauenteam zu übernehmen. «Mir macht die Arbeit auch grossen Spass und ich versuche alles, damit wir die Arbeit von Burri erfolgreich abschliessen können.» Ruth ist überzeugt, dass in Laufen etwas bewegt werden kann mit den Frauen, aber dafür müsse man mehr machen. Er ist sozusagen noch ein unbeschriebenes Blatt, was die Historie des Vereins betrifft. Daher spricht er auch an, was ihm fehlt. «Mit nur einem Training fehlt einiges. Wir sind läuferisch und konditionell einigen Gegnerinnen unterlegen. Wir müssen mehr junge Spielerinnen einbauen und fördern.» Wenn man auf das Kader blickt, so ist es eine eher (über)regionale Equipe. Da stehen aktuell zwei deutsche, eine tschechische und eine englische Spielerin auf dem Eis. Zudem je nach Möglichkeit auch Spielerinnen aus Neuenburg. Auch dass man mit Sandra Seiler nur eine Torhüterin hat, ist ihm zu wenig. «Sandra ist zwar die Beste der NLB, aber es ist schon ein Risiko.» Ruth hätte auch schon Ideen, aber er weiss nicht, wie es nächste Saison aussehen wird. Er würde gerne mit den Frauen weiter arbeiten, müsste dafür aber bald ein Signal der Vereinsleitung bekommen. «Da in Laufen die Eiszeit beschränkt ist und wir ja nicht um 23 Uhr trainieren können, müsste man absprechen, ob allenfalls in Basel ein Training möglich ist. Weiter muss das Team verstärkt werden».

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