Guter Start in zwei Sprachen

Die erste sprachgemischte Klasse mit Schülerinnen und Schülern aus dem Kanton Jura und der Region Laufen ist seit sieben Wochen unterwegs.

Welsch- und Deutschschweizer: Die gemischtsprachige Klasse P4j am Regionalen Gymnasium Laufental-Thierstein.  Foto: Martin Staub
Welsch- und Deutschschweizer: Die gemischtsprachige Klasse P4j am Regionalen Gymnasium Laufental-Thierstein. Foto: Martin Staub

Das Interesse war schon beim ersten Mal gross, als es darum ging, eine Klasse zu bilden, wo welsche und Deutschschweizer Schülerinnen und Schüler zu gleichen Teilen vertreten sind. «Wir mussten eine Selektion durchführen», erklärt Isidor Huber. Der Rektor des Gymnasiums Laufen, Initiant dieses Projektes, hatte einige politische Hürden zu überwinden, bis nun am 13. August, auf Schuljahresbeginn 2012/13, die erste sprachgemischte Klasse des Baselbiets ihren Unterricht aufnehmen konnte. Dank Werbekampagnen in Form von Infoveranstaltungen in den Kantonen Baselland und Jura haben sich insgesamt über 30 Interessierte gemeldet, worauf die je 10 deutsch und französisch sprechenden Schüler selektioniert wurden. «Überdurchschnittliche Leistungen in Deutsch, Mathematik und Französisch waren wichtigste Voraussetzung», erklärt Huber.

So fahren nun zehn Mädchen und Knaben aus dem Kanton Jura täglich statt ins Lycée cantonal de Porrentruy ins Regionale Gymnasium nach Laufen in den Unterricht der Klasse P4j. «Einige geniessen so sogar einen kürzeren Schulweg, als wenn sie nach Porrentruy anreisen müssten», sagt Klassenlehrerin Anne-Brigitte Hertzog.

In zwei Jahren wird sich aber das Blatt wenden. Dann fahren die hiesigen Schülerinnen und Schüler für die letzten beiden Matura-Jahre von Pfeffingen, Laufen, Brislach – oder woher sie alle kommen – nach Porrentruy ans Lycée cantonal. Ich freu mich drauf, sagt Ilona. Wobei gerade sie möglicherweise in der Ajoie-Metropole zur Wochenaufenthalterin werden könnte, denn die Anreise aus Reinach dorthin findet die Schülerin doch etwas umständlich. Mit dem gleichen Schicksal muss sich derzeit Priyanka aus Les Genevez (Freiberge) abfinden. Die Unterkunft während der Woche in Zwingen, bei Jonas, einem hiesigen Klassenkameraden, findet die Schülerin mit indischen Wurzeln aber ganz in Ordnung. «Langweilig ist mir nie», sagt sie, denn der Kontakt mit den deutschschweizerischen «camarades de classe» sei schon gut gediehen.
Um die gemischtsprachlichen Kontakte zu fördern, bildete die Klassenlehrerin Tandems, die einander während des Unterrichts begleiten und gegenseitig unterstützen. Die Zusammensetzung dieser Paare wechselt von Zeit zu Zeit, damit das Verhältnis im Klassenverband dynamisch bleibt. «Die Schülerinnen und Schüler sollen einander im Umgang mit der Fremdsprache ‹anstecken›», sagt Hertzog.

Anne-Brigitte Hertzog unterrichtet an der P4j Mathematik in Französisch. Wie Mathe werden Geografie und Sport in Laufen und in Porrentruy durchgehend in Französisch gehalten. Andere Fächer, beispielsweise Physik und Geschichte, dürfen die Maturanden während der ganzen vier Jahre in Deutsch geniessen. «In einigen Fächern wechselt die Unterrichtssprache nach dem Umzug nach Porrentruy.

Dieses Pilotprojekt der Kantone Baselland und Jura gilt vorerst für fünf Jahre. Erst dann wird über eine definitive Einführung entschieden.
Die entsprechenden Informationsabende für die im nächsten Jahr in Porrentruy startende Klasse finden in Kürze, jener in Laufen am 20. November 2012 statt.

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