Gastspiel der Gezeiten

Mit «Ebbe und Flut» überschreibt Jill Wäber ihre neuen Arbeiten, die sie seit letztem Freitag in der Galerie Alts Schlachthuus präsentiert. Folgerichtig gehört auch Meersalz in ihre «Farben»-Palette.

<em>Jill Wäber: </em>Die Künstlerin vor der Serie «Skelpie» im Alts Schlachthuus. Foto: Martin StaubFoto: martin staub
<em>Jill Wäber: </em>Die Künstlerin vor der Serie «Skelpie» im Alts Schlachthuus. Foto: Martin StaubFoto: martin staub

Dass Jill Wäber, Künstlerin mit schottischen Wurzeln, in der Region keine Unbekannte ist, konnten Besucherinnen und Besucher der Vernissage vom vergangenen Freitag bald feststellen: Rund 70 Personen erwiesen der Malerin, lange Zeit in Rodersdorf beheimatet, und heute im nahen Elsass wohnhaft, die Ehre. Sie wollten sehen, was sie Neues geschaffen hatte. Auf eine Einführung, bei welcher in der Regel Intuition und Technik der ausstellenden Persönlichkeit umschrieben werden, warteten die Besucher vergebens. «Ich sage nichts zu den Bildern», war Jill Wäbers trockener Kommentar. «Für die Einführung zu meiner Ausstellung ist Markus Lauterburg zuständig, der seine Perkussion passend zu meinen Werken zum Klingen bringt. Die meditativen Klangbilder des international bekannten Perkussionisten beeindruckten tatsächlich und führten über das Gehör zum Visuellen, den neuen Werken von Jill Wäber.

Leben in verschiedenen Identitäten

Augenfällig ziehen den Betrachter die acht eher kleinformatigen Bilder mit dem Titel «Skelpie» an. Vielleicht ist es die immer wechselnde bunte Hintergrundfarbe, die erst das eigentliche Objekt kontrastreich ins Zentrum rückt. Die abgebildeten Robben, die hier an der nördlichen Küste von Schottland stranden, verkörpern Selkie, eine Figur aus der schottischen Mythologie. «Das ist eine schöne junge Frau, die erst sichtbar wird, wenn sie das Fell des Seehunds auszieht und dann dem Strand entlang geht» beschreibt Jill Wäber ihre Gedanken zur wechselnden Identität von Fabelwesen. «Auch wir Menschen leben doch oft in verschiedenen Identitäten», sinniert die Künstlerin weiter und weist auf die undefinierbaren Fragmente, Körperteilen ähnlich, die «aus dem Wasser» kommen und am Ufer eine neue Identität annehmen. Gemalt – wie andere Werke von Jill Wäber hier – mit Tinte und Meersalz auf Papier. Die Farben, die Formen und die besonderen Techniken der rund 40 Werke in verschiedenen Formaten ziehen den Betrachter unweigerlich an die wilden Meeresküsten im Norden. Wer sich darauf einlässt, hört das Rauschen der Wellen und riecht das Salz in der Luft.

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