Im Laufental wird ermittelt — allerdings nicht nach Verbrechen
Ein Detektivbüro mitten im Stedtli von Laufen mit Schreibtisch, Papierrolle und nächtlichem Licht: Was wie eine künstlerische Inszenierung wirkt, ist Teil eines ungewöhnlichen Projekts: Die «Detektei Laufental» soll herausfinden, was in der Region steckt.

Laufen
Wer in Laufen am Abend am Schaufenster mit dem erleuchteten Schreibtisch vorbeigeht, bleibt unweigerlich stehen. Eine Papierrolle zieht sich über den Tisch, dicht beschrieben, und manchmal sitzt dort ein Mann und schreibt. Was wie eine Installation wirkt, ist Teil eines ganz konkreten Projekts mit einem klaren Ziel: die «Detektei Laufental».
Dahinter steckt kein Kriminalfall, sondern ein Auftrag zur Spurensuche. Initiiert von der Promotion Laufental und finanziert über die Neue Regionalpolitik (NRP), soll die «Detektei» das Tal mit frischem Blick untersuchen. Der Mann im Schaufenster ist Mark Riklin. Er lebt im Appenzellerland und arbeitet als Journalist und Projektentwickler. Er sei Beobachter, Fragesteller und Geschichtenfinder, sagt er im Gespräch. Vor eineinhalb Jahren wurde Riklin von Standortförderer Patrick Neuenschwander angefragt. Gesucht wurde jemand von ausserhalb, der das Laufental neu entdeckt — ohne vorgefasste Bilder. Seit Sommer 2025 ist Riklin nun regelmässig vor Ort, folgt «Fährten», spricht mit Menschen und sammelt Eindrücke. «Wir finden Potenzial, wo andere nur suchen», lautet der Slogan. Entsprechend geht es nicht um Verbrechen, sondern um Möglichkeiten, die das Laufental zu bieten hat. Die Detektei ist dabei Mittel zum Zweck. Das NRP-Projekt läuft bis Ende 2026. Am Schluss sollen zwei bis drei konkrete Folgeprojekte entstehen, etwa im Bereich Tourismus oder für die wirtschaftliche Entwicklung. Finanziert werden solche Vorhaben jeweils gemeinsam von Bund, Kanton und regionalen Partnern, sollten sie in das NRP-Projekt aufgenommen werden. Was Riklin sucht, sind die Einzelteile eines Gesamtbildes: «Ich suche Geschichten, Orte und Initiativen, die noch wenig bekannt sind», sagt er. Genau hier setzt seine Arbeit an. Mit Interventionen im Alltag, wie dem Aufhängen von Fragetafeln in Gastrobetrieben oder Läden oder der Präsenz am Laufner Markt — will er das Nachdenken über die eigene Region anstossen. Antworten werden gesammelt und online weitergeführt.
Auch unterwegs ist der Detektiv sichtbar: mit einer beschrifteten Piaggio Ape will Riklin durch die Gemeinden fahren — zumindest dorthin, wo es nicht zu steil wird. Ihm schwebt vor, sein «Büro» an ungewöhnlichen Standorten aufzuschlagen und so in Kontakt mit den Leuten zu kommen. Die Detektei bleibt in Bewegung und sucht bewusst die Nähe zur Bevölkerung. Wer Riklin begegnet, darf ihn jederzeit ansprechen und auch Hinweise auf unbekannte Perlen sind ausdrücklich erwünscht.
Weitere Informationen und Kontakt unter www.detektei-laufental.ch


