Für Burg ist das Laufental Geschichte

Burg im Leimental gehört zum Bezirk Laufen, die Gemeinde ist nun aber aus den Laufentaler Institutionen ausgetreten und engagiert sich im Verein «Region Leimental plus».

Vor einem Jahr beschloss Burg im Leimental, die Verwaltung nach Biel-Benken auszulagern. Die Schule war bereits vor Jahren geschlossen worden. Burg pflegt in der Bildung die Zusammenarbeit mit den Gemeinden des Solothurnischen Leimentals. «Im Alltag gab es kaum mehr Gemeinsamkeiten mit dem Laufental, mit dieser Ansicht war der Gemeinderat nicht alleine», sagt Gemeindepräsident Hans-Jörg Tobler. «Der Beschluss, aus dem Verein Region Laufental und aus der Promotion Laufental auszutreten, wurde von der Gemeindeversammlung gefasst», führt Tobler aus. «Wir sind dem Verein <Region Leimental plus> beigetreten». Dieses Gebilde entstand 2013 aus dem regelmässigen Austausch unter den Gemeindepräsidien von Biel-Benken, Ettingen, Therwil, Oberwil, Binningen und Bottmingen und setzt sich für die Interessen seiner 75000 Einwohnerinnen und Einwohner ein — vom urbanen Allschwil bis zum ländlichen Burg und zwar mit einer Fachkommission Verkehrs- und Raumplanung, Umwelt und Energie, Bildung, Sicherheit sowie der Versorgungsregion Alter und einem Kulturpool. Es gibt eine Geschäftsstelle und der Vorstand besteht aus den Gemeindepräsidien. Mit Tobler kann Burg ebenfalls im Vorstand des Vereins «Region Leimental plus» Einfluss nehmen.

«Wir bedauern den Entscheid der Gemeinde Burg, können ihn aber aus geografischer Sicht nachvollziehen», sagt Patrick Neuenschwander, Standortförderer der Promotion Laufental. Vor einigen Jahren sei auch die Gemeinde Duggingen aus der Promotion Laufental ausgetreten, aus ähnlichen Überlegungen. Duggingen habe sich für den Verein Birsstadt entschieden. Insgesamt sei im Laufental aber kein Auseinanderdriften feststellbar, betont Neuenschwander. Im Gegenteil, die Vereine «Region Laufental» und «Promotion Laufental» seien wichtiger denn je. «Die Themen haben sich verändert, die Frage der Zusammenarbeit hat aber ganz klar an Bedeutung gewonnen, insbesondere auch mit den aktuellen Projekten auf interkantonaler Ebene. Diesbezüglich pflegen wir auf der operativen Ebene einen guten Austausch mit den Thiersteiner Gemeinden und suchen für die Region nach gemeinsamen Lösungen», erläutert Neuenschwander. In der Region Laufental treffen die Gemeindevertreter auf der politischen Ebene die Entscheidungen zu den aktuellen Themen und vergeben dann die Aufträge unter anderem an die Promotion Laufental. Für den Austausch auf interkantonaler Ebene habe man die «Arbeitsgruppe Zukunftsbild» ins Leben gerufen. Hier sucht man zum Beispiel für die Verkehrs- und Raumentwicklung zusammen mit den Thiersteinern nach neuen Wegen. Die Kantonsgrenze werde überwunden, indem die Laufentaler und Thiersteiner Gemeindevertreter Projekte gemeinsam angehen und dann in ihren Kantonen die jeweiligen Verfahren einleiten. Im besten Fall verschwinde die Kantonsgrenze aus dem Alltag der Bevölkerung und der Wirtschaft. Der Weg der Zusammenarbeit entspricht der Gepflogenheit der Schwarzbuben. Die Laufentaler hatten sich den Schwierigkeiten eines Kantonswechsels gestellt. Der Wunsch, die Kantonsgrenze zu verschieben, ist für Gemeinden im Berner Jura ein gängiges Thema. Die Sache mit dem Kantönligeist stehe auf einem anderen Blatt geschrieben und werde vielleicht irgendwann auf nationaler Ebene angegangen werden, meint Neuenschwander. So schnell werde sich da kaum etwas ändern. Die Schweiz hänge an ihrem engmaschigen Föderalismus.

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