Frische Brise über dem Atlantik

Sieben begnadete Musiker aus Winterthur zelebrierten im Schlachthuus Laufen den klassischen New Orleans Jazz. Blues, Gospels, Boogie-Woogies und sogar Märsche begeisterten die Gäste an der Sonntags-Matinee.

Echter New Orleans Jazz: v.l. Jerry F. Gabriel, Jakob Etter, Roland Solenthaler, Roger Etter und Hansjörg Schaltenbrand. Foto: Jürg Jeanloz
Echter New Orleans Jazz: v.l. Jerry F. Gabriel, Jakob Etter, Roland Solenthaler, Roger Etter und Hansjörg Schaltenbrand. Foto: Jürg Jeanloz

Warum nicht einmal einen Abstecher nach New Orleans? Diese Frage stellte die Bogalusa Jazz Band musikalisch den Gästen, die artig vor den runden Tischchen sassen und den Morgenkaffee schlürften. Bereits nach den ersten Takten wippten und klatschten die Ersten freudig zu diesem Rag und rissen die verschlafenen Geister aus ihrer Besinnlichkeit. Diese Musik musste einfach gefallen, viel mehr noch der Auftritt der sieben würdigen Herren, die ihre Instrumente so virtuos beherrschten. Klarinette, Trompete und Posaune schmetterten die Töne in den Saal und wurden gleichzeitig vom Flügel, Banjo, Kontrabass und Schlagzeug kunstgerecht begleitet. Die Soloeinlagen der einzelnen Musiker wurden mit grossem Beifall bedacht, sie waren das Salz im quirligen Melodienreigen. Wie Bandleader Jakob Etter betonte, entlehnt ihre Stilrichtung viel aus der Gospelmusik, was dem Sonntagmorgen die richtige Harmonie verlieh.

«New Orleans ist aber auch ein Mekka der Tanzfreudigen», fuhr Etter fort. Das Ensemble präsentierte einen sogenannten Cakewalk, bei welchem das beste Tanzpaar mit einem Stück Cake belohnt wurde. Klangvoll liess Roger Etter sein Banjo erklingen, derweil Marcello Bona kräftig in die Flügeltasten griff. Der Pianist und Bauingenieur ist sogar Ehrenbürger der Stadt Bogalusa im US-Staat Louisiana, wonach ihre Band getauft wurde. Mit dem Stück «Bogalusa Strut» bekräftigten die sieben Künstler, wie sehr ihnen diese Musik am Herzen liegt und mit welcher Verbundenheit sie dieselbe auch zelebrieren. Seit 28 Jahren spielen sie zusammen und begeistern damit Jung und Alt.

Als grosse Überraschung traten Hansjörg Schaltenbrand mit der Blockflöte und der Saxofonist Jerry F. Gabriel mit der Bassgeige auf und liessen ein virtuoses Liebeslied ertönen. Der Rhythmus der lieblichen Melodie war einzigartig, die Kombination von Flöte und Bass phänomenal. Als Sahnehäubchen liessen sie «On Treasure Island» von Louis Armstrong und als süsse Zugabe Chris Barbers «Ice Cream» folgen. Jakob Etter mit Trompete, Roland Solenthaler mit Posaune und Jerry F. Gabriel mit Klarinette brillierten nochmals mit fetzigen Solos. Mit der Verpflichtung dieser Band hatte Herbert Meier vom Kulturforum Laufen ein feines Händchen.

 

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