Fortissimo für 40 Jahre Orchestermusik
Das Orchester Laufental-Thierstein ist 40 Jahre jung. Am Wochenende soll dieser Geburtstag mit einem Jubiläumskonzert gefeiert werden.

Max Jeker, seine Geige haltend, hört aufmerksam den Ins-truktionen von Dirigentin Anneka Lohn zu, damit er beim anschliessenden Einsatz diese Passage auch genau so spielt, wie das von der «Direktion» gewünscht wird. «Peter und der Wolf», das bekannte musikalische Märchen von Sergej Prokovjew, wird gerade geübt. «Kein leichtes Stück», wie Jeker das Werk für Kinder (auch für grosse) einschätzt, «nicht unbedingt technisch, aber die verschiedenen Charakteren der Hauptfiguren aus dem Instrument zu locken, braucht doch Fingerspitzengefühl und Konzentration», findet der 81-jährige Büsseracher, der nun genau seit 40 Jahren beim Orchester Laufental-Thierstein «mitfiedelt». So lange gibts dieses Orchester schon und Max Jeker ist das letzte Gründungsmitglied, das noch aktiv ist.
Vorher gabs in Breitenbach ein Orchester, wo Jeker mitspielte, welches aber mangels Mitglieder aufgelöst wurde. Weil zur gleichen Zeit auch in Grellingen ein Orchester serbelte – und dies bestätigt Ursula Schnyder, welche damals dort mitspielte und heute noch – wie Max Jeker, 1. Geige spielt –, tat man sich zusammen und gründete das Orchester Laufental-Thierstein. Die weiteren Gründungsmitglieder sind aus dem Verein zurückgetreten oder bereits verstorben.
Das Orchester Laufental-Thierstein feiert seinen 40. Geburtstag mit Jubiläumskonzerten. Das erste am kommenden Samstag in der Laufner Katharinenkirche. «Und weil wir zur Feier dieses Ereignisses auch jüngeren Zuhörern etwas bieten möchten, haben wir ‹Peter und der Wolf› aufs Programm genommen und führen dieses musikalische Märchen anlässlich eines Familienkonzertes im Alten Schlachthuus einen Tag später nochmals auf», informiert Präsidentin Ruth Schnyder.
Das «Monster»-Konzert aber bietet das 45-köpfige Orchester am Samstagabend in der Katharinenkirche. Nebst den Streichern spielen diesmal wieder zahlreiche Holz- und Blechbläserinnen und -bläser mit. Einen Beethoven ohne Fagott beispielsweise kann man vergessen. Ebenso wichtig Trompete, Horn und Posaune. Erst durch die Blasinstrumente und die Perkussion erhält die 2. Symphonie in D-Dur von Ludwig van Beethoven das ganze notwendige Klang-Spektrum. Ebenso natürlich bei all dem zu beklingenden Getier rund um Peter und seinen Wolf. «Un petit Klezmertango», ein Stück für Klarinette und Orchester, lockert das Programm auf.
Max Jeker hat sich in all den Orchesterjahren seit 1973 schon an verschiedene Dirigenten anpassen müssen. Anneka Lohn, in Deutschland geboren, und in Schulmusik mit Schwerpunkt Chor, Violine- und Ensemble ausgebildet, leitet das Orchester seit 2008. «Eine Perle voller feinfühliger Beharrlichkeit und Professionalität», sagt Jeker. «Anneka hat uns ein schönes Stück weitergebracht», bestätigt auch die Präsidentin.
An diesem Sonntag, beim Besuch des Wochenblatts, ist Intensiv-Probetag. Von 10 Uhr bis 17 Uhr sind die Streicher, Bläser und Percussionisten mit ihrer Dirigentin am Üben. «Solche Intensivproben bringen das Orchester immer einen grossen Schritt weiter», sagt die Präsidentin. Und damit die Motivation anhält, haben die Mitglieder dafür gesorgt, dass genügend Koffein-, Mineral-, und Kuchennachschub vorhanden ist. Obs gewirkt hat, hören die Konzertbesucher am Samstag oder Sonntag.
Einen weiteren Konzerttermin im Rahmen der Jubiläumskonzerte hat das Orchester Laufental-Thierstein auf Ende November angesetzt.


