Fetziger Blues in heisser Sommernacht
So machte der Stedtli-Blues auf dem malerischen Helye-Platz Spass: Heisse Rhythmen, tolle Stimmung, kühle Drinks und sommerliches Wetter. Als Vorspann gefielen einige Jugend-Bands der Musikschule Laufental-Thierstein.
Zerfurchtes Gesicht, klein, mit grünem T-Shirt und Dächlikappe betritt der mit allen Wassern der Bluesmusik gewaschene James Boo Boo Davis die Bühne, setzt sich auf einen glitzernden Zylinder und beginnt mit einem lauten «Hey» sein Konzert. Vor ihm liegt eine ganze Batterie von Mundharmonikas, eine davon ergreift er und beginnt zu spielen. 72-jährig und noch kein Bisschen müde, erklingen die silbrigen zum Teil langgezogenen Töne seiner Mundharmonika. «I had a Dream» hat er sein selbst komponiertes Stück benannt, eine Philosophie die den aufgestellten Sänger sein Leben lang begleitet. John Gerritse am Schlagzeug und Jan Mittendorp an der Gitarre sind mit von der Partie und geben dem Song den richtigen Kick. Der Rhythmus fährt ein, die Gäste wippen mit den Hüften und klopfen ihre Füsse zum Takt. Davis ist ein Erlebnis, eine lebendige Ikone des Blues, aber einfach und bescheiden geblieben. «Thank you, thank you» schreit er mit ätzender Stimme ins Mikrofon, er geniesst den mächtigen Applaus. Der Mann aus dem Mississippi Delta hat eine riesige Lebenserfahrung, immer wieder streut er kleine Episoden ein. Seine Vorträge sind einfach perfekt: Er wechselt seinen kernigen Gesang und sein virtuoses Mundharmonikaspiel dauernd ab, ohne dass es auffällt.
Eine ganz andere Blues-Gattung pflegt die französische Gruppe Mojo New Line. Variantenreich sind ihre Rhythm’n’Blues-Stücke, stark und klangschön die Ausdrucksweise. «Are you ready» schreit der Bandleader Jipes Blues in die Menge. Nochmals etwas lauter, dann erhält er endlich die lautstarke Antwort aus Hunderten von Kehlen. «Down in Hollywood» spielen die sechs Herren mit einer Intensität, die seinesgleichen sucht. Der Bandleader hält seine Gitarre über den Kopf, spielt darauf und singt dazu.
Als Höhepunkt des Abends tritt der begnadete Blues-Sänger Joe Louis Walker auf. Er macht mächtig Dampf, jetzt geht die Post richtig ab. Er baut in seinen selbst geschriebenen Songs Rock- und Soul-Elemente ein und besticht durch ein untrügliches Gefühl für feine Musik. Seine Blues lehnen sich untrüglich an das Genre des Gospels und begeistert die Zuhörerschaft. Ein würdiger Abschluss einer heissen Blues-Nacht.










