Festen im Wilden Nordwesten

Die Roggenburger sind für ihr Dorffest bereit. Von morgen Freitag bis Sonntag heisst es Eintritt frei im Wilden Nordwesten. Das Dorf präsentiert sich drei Tage lang im Westernlook.

Kleiderwerkstatt: Unter Anleitung ihrer Lehrerin Christiane Keller (r.) fertigen die Roggenburger Kinder ihre Indianerkostüme.  Fotos: Martin Staub
Kleiderwerkstatt: Unter Anleitung ihrer Lehrerin Christiane Keller (r.) fertigen die Roggenburger Kinder ihre Indianerkostüme. Fotos: Martin Staub

Ausnahmezustand in der Schule. Die sechs Zweitklässler sind daran, Nägel und Schrauben zu zählen. Ob diese später fürs Dorffest gebraucht werden, ist noch ungewiss. Vorerst gehts darum, im Zahlenraum 0 bis 100 sattelfest zu werden, wie die Lehrerin Marianne Schläfli erklärt. Bei den Indianerkostümen, die zur gleichen Zeit im Dachgeschoss genäht werden, besteht kein Zweifel mehr: Bald werden sämtliche 20 Roggenburger Kindergärtler und Primarschüler ins eigene Indianerkostüm steigen und die Dorffestbesucher mit ihrer Aufführung begeistern. «Indianerkinder im Sonnenlauf», ein Stück, das zu hundert Prozent in der Roggenburger Gesamtschule entstanden ist, kommt am Samstag und Sonntag viermal zur Aufführung.

«Von so einem Anlass profitiert unsere Schule auf jeden Fall, denn es macht Kindern und Lehrpersonen Freude, einen Beitrag zu leisten», sagt Schulleiter Christoph Affolter. Seit gut einem halben Jahr dreht sich hier alles ums grosse Dorffest, «welches dasjenige von 2005 noch übertreffen soll», wie OK-Präsident Gerhard (Fidi) Walther verspricht. Auch er als Sheriff ist beim Besuch in der Schule angetan von der «Rundum»-Begeisterung hier.

Doch es gibt in dieser letzten Woche noch viel zu tun, bevor morgen Freitag, genau um 18 Uhr, die Tore zum Western-Village geöffnet werden. Das Grenzdorf wird dann während dreier Tage kaum wieder zu erkennen sein. Das zehnköpfige OK hat unter der Leitung von Andy Leutwyler und Ralf Walther und mit der Hilfe der ganzen Dorfbevölkerung unzählige Westernkulissen angefertigt, damit Roggenburg für einmal auf eine andere Art wahrgenommen wird. Die Besucherinnen und Besucher befinden sich plötzlich inmitten von Cowboys und -girls, Indianern, Saloons und Tipis und erleben hier Western-Feeling pur.

Wochenblatt-Leser konnten sich aus der Festzeitung, die vergangene Woche dieser Zeitung beilag, bereits ein Bild über die zahlreichen Angebote, Attrak-
tionen und Festivitäten machen. Herauszuheben seien an dieser Stelle noch der Gratiseintritt an allen drei Tagen, die Konzerte der Barbarella Red Rock Band – ein Leckerbissen für Western und Country-Fans – sowie weitere Möglichkeiten, den Wildesten Nordwesten zu erleben, den es je gab. Und zwar in einer einmaligen Konzentration: Mosby’s Gray Ghosts, ein militärhistorischer Verein amerikanischer Sezessionsgeschichte, Westernreiten, Rindertreiben, Trike-Fahrten, Schafhirtenhunde-Vorführung. Und auch der Gemeindepräsident Peter Hufschmid hat sich intensiv auf das dreitägige Fest vorbereitet und präsentiert seinen neusten Film über «Normal»-Roggenburg.

Die von den Primarschülern sorgfältig abgezählten Nägel und Schrauben wurden übrigens für die zahlreichen Stübli und Installationen restlos vernagelt und verschraubt.

 

Dorffest Roggenburg: 6.–8. September, Freitag, 18.00–3.00 Uhr; Samstag, 10.00–3.00 Uhr; Sonntag, 10.00–18.00 Uhr. Shuttlebus ab Laufen.

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