Energiegesetz führt ins Abseits

Er liess kein gutes Haar am neuen Energiegesetz. Am Montag hielt der international anerkannte Energie-Experte Markus Häring ein sachlich untermauertes Referat in Laufen. Eingeladen hatte der Verein Wind-Still.

Energie-Experte: Markus Häring sieht schwarz, falls das Energiegesetz angenommen wird. Foto: Gini Minonzio
Energie-Experte: Markus Häring sieht schwarz, falls das Energiegesetz angenommen wird. Foto: Gini Minonzio

Das neue Energiegesetz würde die Schweiz ins Abseits führen, ist Häring überzeugt. Eine Mangelwirtschaft sei damit programmiert. Es komme einer Planwirtschaft gleich, und diese habe noch jedes Land in den Ruin getrieben. Nur der Wettbewerb führe dazu, dass neue Techniken entwickelt würden.

Häring ist kein kritikloser Befürworter der Atomenergie. «Der Abfall der Atomkraftwerke, den wir unseren Nachkommen hinterlassen, ist höchst problematisch», sagte er. Doch es werde daran geforscht, diesen Abfall zu reduzieren. Zudem komme die Schweiz ohne Atomkraftwerke gar nicht aus und könne so die Energieziele nicht erreichen. Was würde es brauchen, um die drei Atomkraftwerke Beznau 2, Gösgen und Leibstadt mit erneuerbare Energiequellen zu ersetzen? Dafür müssten 2200 Windturbinen und 60 Quadratkilometer Photovoltaikanlagen gebaut werden. Doch damit nicht genug. Um diese Energie zu speichern, bis sie gebraucht wird, müssten 5 Millionen Tesla-Powerwall-Batterien eingesetzt werden. Zudem noch vier Speicherseen in der Grösse von Grande Dixence. «Das ist alles höchst realitätsfremd», betonte Häring.

Dass das Heil für die Schweiz in der Windenergie liegen könnte, ist für Häring sowieso Illusion. Dafür gebe es hier schlicht und einfach zu wenig Wind. Selbst in der windreichen BRD erzeugen die Windräder nur 16 Prozent ihrer Netto-Nennleistung.

Isolation ist Illusion

«Wenn es sich rentiert, kann man ruhig sein Haus isolieren. Aber man muss nicht meinen, man tue etwas fürs Klima», war ein weiteres Kapitel in seinem Referat. Ein ultramodernes Energiespar-Haus belaste zwar im Betrieb die Umwelt nur zu einem Viertel verglichen mit einem durchschnittlichen Wohnhaus. Der Bau und die Gebäudetechnik seien aber elfmal so schädlich! Es dauere mindestens 30 Jahre, bis das Energiespar-Haus umweltfreundlicher als ein konventionelles Haus sei, so Häring.

Es stimme auch nicht, dass die fossile Energie bald zu Ende gehe, betonte Häring, der elf Jahre für Shell Erdölvorkommen gesucht hat. Bei gleich bleibendem Verbrauch habe es weltweit noch für 200 Jahre Kohle, für 100 Jahre Gas und für 50 Jahre konventionell gefördertes Erdöl. Der technische Fortschritt werde den Abbau von weiteren Vorkommen ermöglichen. Zudem würden neue Techniken die Umwelt immer weniger belasten.

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