Eine Ära geht zu Ende

Am 28. Juni hat Isidor Lombriser seinen letzten Schultag. Musikalisch hat der Bündner, welcher über 30 Jahre die Musikschule Laufental-Thierstein leitete, aber noch viel vor.

Isidor Lombriser: Präsentiert seine Geschichte der Musikschule.  Foto: Martin Staub
Isidor Lombriser: Präsentiert seine Geschichte der Musikschule. Foto: Martin Staub

Wenn ein Musikschulleiter nach 33 Aktivjahren pensioniert wird, gehört ihm der Marsch geblasen. Und genau das taten sämtliche über 30 Lehrer der erfolgreichen Musikschule Laufental-Thierstein am Dienstag vergangener Woche. «Delegiertenversammlung» lautete das Motiv, die rund 50 Delegierten der 25 Vertragsgemeinden aus den beiden Bezirken Thierstein und Laufental einzuladen. Diesmal aber war der zweite Teil wichtiger. Die Verabschiedung von Isidor Lombriser, welcher als Musikschulleiter diese Schule massgebend geprägt hat und zu dem gemacht hat, was sich manch eine ähnliche Institution auch wünschte. Über tausend Schülerinnen und Schüler werden von über 30 Lehrpersonen in den unterschiedlichsten Instrumenten unterrichtet. Welche das sind, konnte während der musikalischen Einstimmung auf diese Feier ziemlich genau erörtert werden. Der Lehrkörper formierte sich zum Orchester, ein jeder auf seinem Paradeinstrument, worauf denn die Musiklehrkörper-Parade gespielt wurde, die ein bisschen wie Jahrmarktmusik klang. Zu Ehren Lombriser passte das perfekt, suchte er doch in all den 33 Jahren seines Wirkens auch immer wieder das Bunte, das Leuchtende oder das Fulminante in seiner Musikschule. So wurden die unzähligen Aufführungen, Projekte und Klassenkonzerte unter seiner Leitung institutionalisiert. Dank ihm wurden auch die jährlichen Zertifikat-Prüfungen lanciert, dessen sonntägliche Abschlusskonzerte jeweils doppelt aufgeführt werden und trotzdem jeweils buchstäblich aus allen Nähten platzen.

Beispiele gäbe es noch viele. Isidor Lombriser hat anlässlich seiner Verabschiedungsfeier es selber in die Hand genommen, anhand zahlreicher lustiger auf Leinwand illustrierten Anekdoten seine Musikschulgeschichte zu dokumentieren. Vom Einstieg 1975 in den Besenkammern der Bezirksschule Nunningen mit 116 musikalisch Lernwilligen bis zur zertifizierten Musikschule mit 1080 Schülern. Lombrisers «Show» war gespickt mit Prominentenbesuchen, einer Demonstration vor dem Regierungsratsgebäude in Solothurn, einer Musikaufführung im Landratssaal in Liestal und vielem mehr. Als grösstes Ereignis taxierte aber der abtretende Lombriser die Eröffnung der neuen Musikschule im alten Schlachthaus vor 11 Jahren. Georg Schnell, der damalige Präsident des interkantonalen Musikschulverbandes und Initiant dieses grossen Projekts, würdigte in einer Ansprache die Verdienste Lombrisers persönlich.

Langweilig dürfte es Isidor Lombriser indes nicht werden. «All die Manuskripte meines Vaters (Sekundarlehrer, Komponist, Dirigent und Autor) möchte ich gerne genauer kennen lernen», sagte er beim anschliessenden Apéro. Und die beiden Kirchenchöre Laufen und Breitenbach will er auch noch weiter dirigieren. Seine Nachfolge tritt Mitte August Ulrich Thiersch, seit fünf Jahren in Laufen Cello unterrichtend, an.

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