Ein Super-GAU als Höhepunkt

Unter der Leitung von Matthias Kümin überzeugte die Stadtmusik Laufen letzten Sonntag das zahlreich erschienenePublikum in der St. Katharinenkirche.

Gelungen: Unter der Leitung von Matthias Kümin begeisterte die Stadtmusik Laufen über den ganzen Abend. Fotos: Melanie Brêchet

Gelungen: Unter der Leitung von Matthias Kümin begeisterte die Stadtmusik Laufen über den ganzen Abend. Fotos: Melanie Brêchet

Erfrischend: Die jungen Flötistinnen der Regionalen Musikschule Laufental-Thierstein sorgten für einen würdigen Auftakt.

Erfrischend: Die jungen Flötistinnen der Regionalen Musikschule Laufental-Thierstein sorgten für einen würdigen Auftakt.

Für einen gelungenen Auftakt des musikalischen Sonntagabends sorgte das Flötenorchester der Regionalen Musikschule Laufental-Thierstein. Das Orchester vereint alle Schülerinnen der Querflötenklassen von Miriam Terragni und Regula Bernath. Die jüngsten Mitglieder dieses Orchesters spielen erst seit diesem Schuljahr Querflöte und durften letztes Wochenende somit erste Erfahrungen in dieser Formation sammeln. Die jungen Musikerinnen boten ein abwechslungsreiches Programm und überzeugten mit ihrer Darbietung von Anfang an mit dem «Marche des Rois» von Georges Bizet bis zu den letzten Klängen von «Original Rags» von Scott Joplin.

Die Stadtmusik Laufen eröffnete ihr Konzert mit dem «Egyptischen Marsch» von Johann Strauss, welcher 1869 seine Uraufführung hatte. Darauf folgte der unbestrittene Höhepunkt des Abends: Das Stück «Nuclear Power» von Otto M. Schwarz, welches ursprünglich vom Musikverein Fluh bei Bregenz in Auftrag gegeben wurde. Die Stadtmusik studierte dieses sehr spezielle Werk für ihren grossen Auftritt am Eidgenössischen Musikfest in Montreux ein, an welchem die Formation aus Laufen vom 17. bis zum 19. Juni in der zweiten Stärkeklasse antreten wird. Das moderne Werk Nuclear Power (2013) beschreibt die grössten Atomunfälle unserer Zeit, angefangen mit der Katastrophe in Tschernobyl am 26. April 1986 und schliesslich dem jüngsten Ereignis im japanischen Fukushima im März 2011.

Zum Schluss wechselt die Szenerie in eine mögliche Stadt der Zukunft, wo Energie durch Sonne, Luft und Erde im Überfluss erzeugt wird, ohne die tödliche Gefahr eines atomaren Super-GAU. Die Musik von Otto M. Schwarz geht durch Mark und Bein. Die tödliche Gefahr der atomaren Strahlung wird greifbar, den Zuhörer beschleicht ein beklemmendes Gefühl. Der Stadtmusik Laufen gelang mit ihrer Interpretation von «Nuclear Power» ein grosser Wurf, entsprechend fiel zum Schluss der Applaus aus.

Überzeugen konnte die Stadtmusik an ihrem Kirchenkonzert unter anderem auch mit den romantischen Klängen von «The last Rose of Summer» von Friedrich von Flotow oder Szenen aus dem Nussknacker von Peter Tschaikowsky. Im Anschluss an das Konzert trotzten die Besucherinnen und Besucher dem schlechten Wetter und versammelten sich auf dem Helye-Platz zu einem geselligen Apéro.

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