Ein Konzert denkt nicht an sich
Das Adventskonzert, ein gefühlvoller Mix aus Melodien und Liedern, öffnete Herzen und Geldbeutel für die Aktion Denk an mich.

Ein Lächeln sollten die Zuhörerinnen und Zuhörer nach diesem Adventskonzert weiter verschenken, wünschte sich eine einfühlsame, sachkundige Moderatorin Jeannette Schneider in der randvollen Kirche. «Wir spielen und singen Ihnen heute die schönsten Melodien und Lieder aus zehn Jahren», verhiess Schneider an diesem zweiten Advent Gutes. Tatsächlich zauberten der Musikverein Duggingen, der NeGreDu-Kinderchor, Olivia Borer-Steiner an der Gitarre und der Jodlerklub «Mis Dörfli» so etwas wie vorgezogene Weihnachten auf die Gesichter in den eng besetzten Kirchenbänken. Dass die Organisatoren das Geld aus der Kollekte nicht für ihre Bedürfnisse verwenden, sondern seit Beginn im Jahre 2003 an eine wohltätige Organisation weitergeben, darf in einem weihnachtlichen Bericht auch mal Platz finden. Dieses Jahr kommt die Stiftung Denk an mich zum Zug, die Behinderten Ferien und Freizeitgestaltung ermöglicht.
Der Kürzel NeGreDu steht für Nenzlingen, Grellingen und Duggingen. Kinder aus diesen drei Gemeinden sangen sich frisch und unbekümmert von der Empore herab in die Herzen des Publikums.
Unter der Leitung von Gabriela Buser liessen sie etwa «En alte Stern» strahlen oder liessen mit dem rhythmischen «The Little Drummer Boy» das aufleben, was ein kleiner Bub dem Kind in der Krippe mangels anderer Gaben vortrommelte. Ihre Temposteigerung im Spiritual «Pick a bale of Cotton» entlockte gar den bestandenen Musikanten des Musikvereins ein erstauntes Lächeln.
Viel Bewunderung und Lob erntete Olivia Borer-Steiner an der klassischen Gitarre mit ihrem virtuosen Spiel. Mäuschenstill war es in der Kirche, als sie den Kanon in D-Dur von Johann Pachelbel und die Sonate Opus 15 von Fernando Sor richtiggehend zelebrierte. Bodenständig, gefühlvoll bis stimmgewaltig dann die 15 Jodler des Jodlerklubs Mis Dörfli mit Solojodlerin Elisabeth Vogt, die unter der Leitung von Peter Dietrich mit dem Lied «D Lüt im Dorf» wohl ihr Duggingen unter die Lupe nahmen oder in «Senneglück» ihren Jutz auf «Milch, Brot, Chäs und Anke» anstimmten.
Bleibt noch der Musikverein Duggingen, dem die weihnächtlichen Melodien ganz besonders zu behagen schienen. Weihnachtsfreude pur liess er unter der Direktion von Heini Abt etwa in «Joy to the World» machtvoll im Kirchengemäuer erschallen, um es am Ende beim gemeinsam gesungenen und gespielten «Amazing Grace» mit viel Puste dem letzten Zuhörer warm ums lächelnde Herz werden zu lassen.


