Ein Fest für alle Sinne in der hintersten Ecke des Baselbiets

Erstaunlich, wie viele Besucherinnen und Besucher am Wochenende nach Roggenburg pilgerten, trotz katastrophalen Witterungsbedingungen. Das zweite Kulturfest war denn auch um einiges grösser, als jenes vom letzten Jahr.

Saitenwege: Piero Onori, Roggenburger und Mitorganisator, kündigt seine Musiklehrerkollegin Olivia Borer-Steiner als Interpretin an.
Saitenwege: Piero Onori, Roggenburger und Mitorganisator, kündigt seine Musiklehrerkollegin Olivia Borer-Steiner als Interpretin an.

«Entgrenzung der Sinne» war das Thema des zweitägigen Anlasses – fast grenzenlos das Angebot. Diese über 40 Programmpunkte alle zu beschreiben, wäre unmöglich. Von A wie Asperger-Hilfe bis Z wie Zauberei war alles dabei, was sonst an keinem andern Fest geboten wird. Vorträge über äussere und innere Empfindungen, Workshops für alle fünf Sinne und Klangerlebnisse die weit weniger am Körper abtropften als der Dauerregen am Samstag.
Beispielsweise das Konzert «Kultische Impressionen» als Abschluss des Samstagsprogrammes: Diese dreiviertelstündliche Begegnung mit gregorianischen Gesängen und neuzeitlicher Musik, die in der Eurythmie ebenso Platz fand wie moderner Ausdruckstanz und ein enormes Klangspektrum beinhaltete, beeindruckte in der effektvoll ausgeleuchteten Roggenburger Kirche.

Joachim Scherrer (Orgel), in Roggenburg wohnhafter Musiker, zeichnete für das Konzept verantwortlich und begeisterte selbst seine Mitwirkenden Tatsuro Namaki (Eurythmie), Alexandra Werner (Cello), Barni Palm (Percussion), Livia Scherrer (Gesang), Lucia Koechlin (Gesang), Martin Neher (Gesang, Saxofon), Regula Wyser (Tanz) und Vera Leihbacher (Flöte). «Unglaublich, was Joachim musikalisch draufhat», kommentierte die Cellistin sec.
Anklang fanden auch die kreativen Landschaftsinspirationen aus Roggenburg von Gemeindepräsident Peter Hufschmid, die mit Klavier, Violoncello und Tanz begleitet wurden.

Die Musikschule Laufental-Thier-stein trug zum Gelingen des zweiten Kulturfestes auch wesentlich bei. Schüler wie Lehrpersonen musizierten, leiteten Workshops oder waren an der Gesamtorganisation beteiligt, wie etwa Piero Onori, der ebenfalls in Roggenburg seine Heimat gefunden hat. Die Gesamtleitung hatten Alexandra Müller und Joachim Scherrer. «Diese exklusive Veranstaltung dürfte sich in Roggenburg etablieren», zeigte sich Gemeindepräsident Hufschmid zuversichtlich. Das Potenzial, hier Ausserordentliches zu präsentieren, scheint im Übermass vorhanden. Der Erfolg war jedenfalls beim Publikum und den Mitwirkenden spürbar.

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