Ein Bonbonmacher geht in Pension

Bereits als 14-Jähriger half Thomas Fringeli während der Schulferien im damaligen Ricola-Garten aus. Am 1. Mai 1976 startete der Bärschwiler seine Lehre als Bonbonmacher. Im Oktober dieses Jahres geht der Lebensmitteltechnologe in Pension.

Im Mini-Kräutergarten: Thomas Fringeli arbeitet vorwiegend in der Produktionsstätte an der Wahlenstrasse. Foto: Martin Staub
Im Mini-Kräutergarten: Thomas Fringeli arbeitet vorwiegend in der Produktionsstätte an der Wahlenstrasse. Foto: Martin Staub

Laufen/Bärschwil

Thomas Fringeli brauchte keinen anderen Arbeitgeber. Am 1. Mai dieses Jahres durfte er auf seine 50-jährige Mitarbeit bei Ricola zurückblicken. Und noch immer wirkt der 67-Jährige frisch und voller Tatendrang. «Aber einmal ist Schluss», erklärt der «Vice President Production Consulting & Project», so sein offizieller Titel in der Firma. Mit Frank Meyer, der seit 15 Jahren in der Firma tätig ist, hat Fringeli seinen Nachfolger bereits gefunden. «Vor fünf Jahren durfte ich die Verantwortung als Werksleiter an ihn übergeben», sagt Thomas Fringeli.

Ende Oktober dieses Jahres geht Thomas Fringeli offiziell in Pension. Dass der Familienvater und Hobby-Sportler danach in das gefürchtete «Pensionsloch» fällt, ist nicht anzunehmen. «Ich werde mich noch vermehrter mit meinen beiden Enkeln (7 und 10) beschäftigen können sowie mit dem Mountainbike unterwegs sein und selbstverständlich auch meine allgemeine Fitness pflegen», fasst Thomas Fringeli kurz zusammen. Zudem wird er Ricola weiterhin in ausgewählten Beratungsmandaten unterstützen.

Die 50-jährige Geschichte des treuen Mitarbeiters hört sich spannend und interessant an. Aus den letzten Jahren erinnert er sich gerne an seine mehrwöchigen Reisen nach Peru und in die Mongolei, wo er kleinere Firmen mit seiner langjährigen Erfahrung als Bonbonmacher unterstützen durfte. «Solche Projekte sind Teil des weltweiten Engagements von Ricola im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit», erklärt Fringeli, der einige weitere Reisen in diesem Zusammenhang erwähnt.

Entwicklung und Engagement

Als Thomas Fringeli vor genau 50 Jahren begann, war Ricola noch wesentlich kleiner. «Vieles wurde noch von Hand gemacht, was heute weitgehend digitalisiert und automatisiert ist», erklärt er. Die Entwicklung lief unaufhaltsam weiter. Es wurde umgerüstet, neue Gebäude entstanden, beispielsweise die Produktionsstätte und das Kräuterzentrum an der Wahlenstrasse. Nach dem traditionellen Kräuterzucker kamen neue Produkte mit neuen Geschmacksrichtungen und neuen Verpackungen dazu. Zu den jüngsten Produktentwicklungen von Ricola zählen die Drink Cubes. Die Würfel enthalten die 13 Schweizer Alpenkräuter und werden zur Zubereitung eines Kräutergetränks in Wasser aufgelöst. Die Kräuter sind bis heute das Herzstück aller Ricola-Produkte. «Sie sind in sämtlichen Produkten enthalten — genau wie bei den ursprünglichen Kräuterbonbons», sagt Fringeli. Laufen prägt die Geschichte von Ricola seit Jahrzehnten. «Von hier aus werden Ricola-Produkte in die ganze Welt geliefert — nur rund zehn Prozent bleiben in der Schweiz, etwa 90 Prozent gehen in den Export», sagt Fringeli. Auch das gesellschaftliche Engagement von Ricola liegt Fringeli am Herzen. Das bis heute familiengeführte und international tätige Unternehmen engagiert sich seit vielen Jahren in den Bereichen Kunst, Kultur und Wohltätigkeit. Für Fringeli gehört dieses Engagement ebenso zu Ricola wie der wirtschaftliche Erfolg.

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