Digitale Fotocollagen von Martin Staub im Seniorenzentrum Laufen

Der Künstler aus Kleinlützel schafft mit Plexiglas und fotografischen Sujets, die er digital verarbeitet, wundersame, ästhetisch ansprechende Bildwelten. Derzeit zu sehen im Seniorenheim Laufental.

Erfinder der Plexigrafie: Martin Staub vor seinen floralen Bildern, rechterhand «velo-mohn». Foto: Christian Fink
Erfinder der Plexigrafie: Martin Staub vor seinen floralen Bildern, rechterhand «velo-mohn». Foto: Christian Fink

Laufen

Wie macht er das bloss, mögen sich manche fragen, betrachten sie die Fotobilder, die der Künstler Martin Staub herstellt. Und schon befinden sie sich staunend in den surrealen Welten, bemüht, in den farbenprächtigen Darstellungen Zusammenhänge und Kontraste zu erkennen, vor allem aber eine Antwort zur künstlerischen Technik von Staubs Arbeiten zu finden.

Als Bildträger dient ihm Plexiglas, das er beidseitig bedrucken lässt, erläutert er anlässlich der Vernissage seiner neuen Ausstellung im Seniorenzentrum Laufental. Stimmig dazu der Titel der Ausstellung: «Alles hat zwei Seiten». Eine dritte Ebene bietet der Plexiglas-Schieber, der sich über einige der ausgestellten Bilder verschieben lässt und eine flexible, sich verändernde Ansicht ermöglicht.

Das Bildmaterial, das Staub für seine Bildkompositionen verwendet, stammt aus seinem fotografischen Fundus, den er seit seiner Jugendzeit anreichert. Naturaufnahmen, Menschen, Gebäude, Details aus der Umwelt, alles, was ihm auf seinen Reisen, jedoch auch in nächster Umgebung — Staub wohnt in Kleinlützel — vor die Linse gerät.

Teile dieser Fotografien ordnet er digital auf beiden Seiten des Bildträgers in harmonischer oder kontradiktorischer Weise zu einem ganzheitlichen Bilderlebnis. So weit die Technik, der sich der Fotograf bedient, die er «Plexigrafie» nennt.

Verspielt, teilweise bizarr

Er habe nach Bildformen, Materialien und Techniken gesucht, die sich von der üblichen Fotopräsentation abheben, so Staub. Das hat er mit seinen digitalen Collagen zweifelsohne erreicht. Gegenüber analogen Collagen, die, denken wir etwa an Kurt Schwitters, durchaus ihren Reiz haben, bestechen Staubs Arbeiten durch ihre bildhaften Überlagerungen. Die transparenten Bildwelten, die Plexiglas ermöglicht, lassen eine spielerische Vorgehensweise mit einer speziellen Ästhetik zu. Das lässt sich etwa bei seinen naturalistischen Darstellungen in Bildern wie «velo-mohn» erkennen: Der Hingucker ist die riesige Mohnblüte. Erst bei genauerem Hinsehen lassen sich die verschiedenen Fahrräder im «Untergrund» entdecken, die vermutlich auf eine sommerliche Tour hinweisen.

In den Bereich des Unwirklichen rückt Staub die «schirm-herrschaft» in Rosa- und Violett-Tönen auf eine Bühne. Traumhaftes offenbart sich in der feinfarblichen Waldszene «ego» mit dem stolzen Pfau, der sich einer adretten Dame nähert. «ham-burg» ist die Impression einer Stadt mit Elb-Tönen, Hafenkran und dem Wässerchen eines Schwimmbeckens. Die «karriere-leitern» wiederum erinnern in ihrer verspielt-geometrischen Bildsprache an die Malerei von Lenz Klotz. Manchmal mag es Staub mit den bildhaften Überlagerungen etwas übertreiben. Da wirken die Bilder bizarr und vielleicht auch etwas beliebig. Mit der ausgewogenen Komposition «wüsten-wind» schöpft er die Möglichkeiten seiner plexigrafischen Darstellungen am überzeugendsten aus.

Die Ausstellung ist zu sehen im Seniorenzentrum Laufental bis 23.8. Sie ist frei zugänglich und kann täglich besucht werden. Führungen mit dem Künstler am 26.4., 31.5., 21.6. und 16.8., jeweils um 10.30 Uhr.

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